(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass die Kos­ten für einen Sprach­kurs im Aus­land in der Regel nur antei­lig als Wer­bungs­kos­ten abge­zo­gen wer­den kön­nen. Bei der Ermitt­lung der abzieh­ba­ren Kos­ten kommt es nach dem Urteil nicht auf den zeit­li­chen Anteil des Sprach­un­ter­richts an der Dau­er des Aus­lands­auf­ent­halts an.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 18. Mai 2011 zum Urteil vom 24. Febru­ar 2011 — VI R 1210.

Die mit einer beruf­li­chen Fort­bil­dung ver­bun­de­nen Rei­se­kos­ten sind als Wer­bungs­kos­ten unein­ge­schränkt abzieh­bar, wenn die Rei­se aus­schließ­lich oder nahe­zu aus­schließ­lich der beruf­li­chen Sphä­re zuzu­ord­nen ist. Ist die Rei­se auch pri­vat mit­ver­an­lasst, kann nach der neue­ren Recht­spre­chung des BFH eine Auf­tei­lung der Kos­ten und der Abzug des beruf­lich ver­an­lass­ten Teils der Rei­se­kos­ten in Betracht kom­men. Die Auf­tei­lung ist grund­sätz­lich nach dem Ver­hält­nis der beruf­li­chen und pri­va­ten Zeit­an­tei­le vor­zu­neh­men.

Der BFH hat nun ent­schie­den, so Pas­sau, dass ein ande­rer als der zeit­li­che Auf­tei­lungs­maß­stab in Betracht zu zie­hen sei, wenn die beruf­li­chen und pri­va­ten Ver­an­las­sungs­bei­trä­ge nicht zeit­lich nach­ein­an­der son­dern gleich­zei­tig ver­wirk­licht wür­den. Das sei bei einer sog. Sprach­rei­se der Fall. Die Wahl eines Sprach­kur­ses im Aus­land sei im Übri­gen regel­mä­ßig pri­vat mit­ver­an­lasst.

Im Streit­fall hat­te der Klä­ger, im frag­li­chen Zeit­raum Zug­füh­rer­of­fi­zier bei der Bun­des­wehr, an einem Eng­lisch­sprach­kurs in Süd­afri­ka teil­ge­nom­men. Finanz­amt und Finanz­ge­richt (FG) lie­ßen die mit der Sprach­rei­se ver­bun­de­nen Kos­ten nicht zum Wer­bungs­kos­ten­ab­zug zu. Der BFH hob die­se Ent­schei­dung auf und ver­wies den Rechts­streit an das FG zurück.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen und/oder steu­er­straf­recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de