(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen eines Leh­rers für Bücher und Zeit­schrif­ten als Wer­bungs­kos­ten abge­zo­gen wer­den kön­nen, wenn die Lite­ra­tur unmit­tel­bar zur Erle­di­gung der dienst­li­chen Auf­ga­ben dient und aus­schließ­lich oder zumin­dest weit­aus über­wie­gend beruf­lich ver­wen­det wird.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die am 27. Okto­ber 2010 ver­öf­fent­lich­te Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 20. Mai 2010 — VI R 5309.

Der Klä­ger unter­rich­tet an einer Real­schu­le die Fächer Deutsch, Geschich­te, Sozi­al­kun­de und Ethik. In sei­ner Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung mach­te er zunächst erfolg­los Auf­wen­dun­gen für Bücher und Zeit­schrif­ten gel­tend. Auf den Ein­spruch des Klä­gers ließ das FA pau­schal 50 % der Aus­ga­ben zum Wer­bungs­kos­ten­ab­zug zu.

Die auf die Aner­ken­nung sämt­li­cher Kos­ten gerich­te­te Kla­ge wur­de vom FG abge­wie­sen. Über die bereits aner­kann­ten Auf­wen­dun­gen hin­aus könn­ten kei­ne wei­te­ren Bücher­kos­ten steu­er­min­dernd berück­sich­tigt wer­den. Denn der Klä­ger habe es ver­säumt für jedes ein­zel­ne Buch kon­kret dar­zu­le­gen, wann, in wel­cher Klas­se, in wel­chem Fach, zu wel­chem The­ma und in wel­chem Umfang, wel­cher kon­kre­te Teil des jewei­li­gen Schrift­werks Ein­gang in den Unter­richt gefun­den habe. Außer­dem han­de­le es sich um Schrift­wer­ke gesell­schafts­po­li­ti­scher und all­ge­mein­bil­den­der Art, so dass sich nicht aus­schlie­ßen las­se, dass der Klä­ger die Bücher und Zeit­schrif­ten auch aus pri­va­ten Grün­den erwor­ben habe.

Auf die Revi­si­on des Klä­gers hat der BFH die Vor­ent­schei­dung auf­ge­ho­ben und die Sache an das Finanz­ge­richt (FG) zurück­ver­wie­sen, so Pas­sau.

Das FG habe allein auf die Ver­wen­dung der Schrift­wer­ke im Unter­richt abge­stellt und damit den beruf­li­chen Ver­an­las­sungs­zu­sam­men­hag unzu­läs­sig ver­engt. Denn auch der Gebrauch der Lite­ra­tur zur Unter­richts­vor- und -nach­be­rei­tung oder die Anschaf­fung von Büchern und Zeit­schrif­ten für eine Unter­richts­ein­heit, die nicht abge­hal­ten wor­den ist, kön­ne eine aus­schließ­li­che oder zumin­dest weit­aus über­wie­gen­de beruf­li­che Nut­zung der Lite­ra­tur bei einem Päd­ago­gen und damit den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug begrün­den. Das außer­schu­li­sche Inter­es­se des Klä­gers an anthro­po­lo­gi­schen und gesell­schafts­po­li­ti­schen The­men ste­he dann der steu­er­li­chen Berück­sich­ti­gung nicht ent­ge­gen.

Das FG hat nun für jedes ein­zel­ne Buch erneut zu unter­su­chen, ob es sich um einen Gegen­stand der Lebens­füh­rung, um ein Arbeits­mit­tel oder um einen gemischt genutz­ten Gegen­stand han­delt. Hier­zu sind die “Ver­wen­dungs­an­tei­le” genau zu bestim­men. Dies kann wie der Streit­fall zeigt, sehr müh­se­lig sein.

Pas­sau emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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