(Kiel) Mit zwei am 21. Juli 2011 ver­kün­de­ten Urtei­len hat der Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­den, dass die Fest­set­zung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags zur Ein­kom­men- und Kör­per­schaft­steu­er bis zum Jahr 2007 ver­fas­sungs­mä­ßig war.

Auch nach einer Lauf­zeit von bis dahin 13 Jah­ren die­ne er noch zur Deckung des beson­de­ren Finanz­be­darfs des Bun­des aus den Kos­ten der Wie­der­her­stel­lung der deut­schen Ein­heit. Zu einem dau­er­haf­ten Instru­ment der Steu­er­um­ver­tei­lung dür­fe der Soli­da­ri­täts­zu­schlag aller­dings nicht wer­den.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb-, Steu­er sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Prä­si­dent des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 21. Juli 2011 zu sei­nen Urtei­len, Az.: II R 5009 und II R 5210.

In den bei­den Streit­fäl­len hat­ten eine Rechts­an­wäl­tin und eine GmbH gegen die Fest­set­zung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags für die Jah­re 2005 bzw. 2007 geklagt und gel­tend gemacht, der Soli­da­ri­täts­zu­schlag sei von Anfang an ver­fas­sungs­wid­rig gewe­sen, min­des­tens aber durch Zeit­ab­lauf ver­fas­sungs­wid­rig gewor­den. Der BFH folg­te den Argu­men­ten der Klä­ger nicht und berief sich dazu auf die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts. Im Wesent­li­chen begrün­de­te der BFH sei­ne Ent­schei­dun­gen bei der Ver­kün­dung der Urtei­le fol­gen­der­ma­ßen, so Dr. Gie­se­ler:

- Der Bund dür­fe den Soli­da­ri­täts­zu­schlag als sog. Ergän­zungs­ab­ga­be zur Ein­kom­men- und Kör­per­schaft­steu­er erhe­ben. Mit sei­ner Höhe (Auf­kom­men im Jahr 2007 ca. 12,3 Mrd. €) höh­le er nicht das Bund und Län­dern gemein­sam zuste­hen­de Auf­kom­men aus Ein­kom­men- und Kör­per­schaft­steu­er aus, son­dern ste­he dazu in ange­mes­se­nem Ver­hält­nis.

- Der Soli­da­ri­täts­zu­schlag habe nicht zeit­lich begrenzt wer­den müs­sen. Es sei auch nicht erfor­der­lich, dass die zu finan­zie­ren­den Auf­ga­ben genau bezeich­net wer­den oder dass es zu einer kon­kre­ten Zweck­bin­dung der Ein­nah­men kom­me.

- Durch Zeit­ab­lauf sei das Soli­da­ri­täts­zu­schlags­ge­setz jeden­falls bis 2007 nicht ver­fas­sungs­wid­rig gewor­den. Aller­dings dür­fe eine Ergän­zungs­ab­ga­be nur zur Finan­zie­rung eines auf­ga­ben­be­zo­ge­nen Mehr­be­darfs des Bun­des erho­ben wer­den. Sie kön­ne aber erst dann ver­fas­sungs­wid­rig wer­den, wenn der mit der Ein­füh­rung ver­folg­te Zweck erreicht sei und die Abga­be nicht wegen eines ande­ren Zwecks fort­ge­führt wer­den sol­le, son­dern zur Deckung einer dau­er­haf­ten Finan­zie­rungs­lü­cke die­ne. An der Finan­zie­rung der eini­gungs­be­ding­ten Las­ten betei­li­ge sich der Bund bis zum Aus­lau­fen des Soli­dar­pakts II im Jahr 2019 mit wei­ter sin­ken­den Beträ­gen. Von einer Deckung einer dau­ern­den Finan­zie­rungs­lü­cke sei bis zum Jahr 2007 des­halb nicht aus­zu­ge­hen.

- Die im Ver­fah­ren II R 5009 kla­gen­de Rechts­an­wäl­tin wer­de nicht dadurch gleich­heits­wid­rig benach­tei­ligt, dass der Soli­da­ri­täts­zu­schlag bei Gewer­be­trei­ben­den nach der Ein­kom­men­steu­er bemes­sen wer­de, die zuvor bereits um pau­schal anzu­rech­nen­de Gewer­be­steu­er gemin­dert sei

Dr. Gie­se­ler emp­fahl. das zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wozu er u. a.  auch auf den DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. — www.duv-verband.de — ver­wies.

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