(Kiel) Nach einer am 11.02.2009 ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes (BFH) hat ein Arbeit­neh­mer, der Leis­tun­gen aus einer durch Bei­trä­ge sei­nes Arbeit­ge­bers finan­zier­ten Grup­pen­un­fall­ver­si­che­rung ohne einen eige­nen unent­zieh­ba­ren Rechts­an­spruch erhält, im Zeit­punkt der Ver­si­che­rungs­leis­tung die bis dahin ent­rich­te­ten, auf sei­nen Ver­si­che­rungs­schutz ent­fal­len­den Bei­trä­ge, begrenzt auf die aus­ge­zahl­te Ver­si­che­rungs­leis­tung, als Arbeits­lohn zu ver­steu­ern. (BFH AZ.: VI R 905)

In dem aus­ge­ur­teil­ten Fall, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, hat­te der Klä­ger nach einem schwe­ren Unfall Leis­tun­gen aus der von sei­nem Arbeit­ge­ber abge­schlos­se­nen Grup­pen­un­fall­ver­si­che­rung erhal­ten, gegen die ihm kein eige­ner unent­zieh­ba­rer Rechts­an­spruch zustand. Ent­spre­chend dem fest­ge­stell­ten Grad der Inva­li­di­tät zahl­te der Ver­si­che­rer auf Ver­an­las­sung des Arbeit­ge­bers ins­ge­samt 300 000 DM an den Klä­ger aus, die vom Finanz­amt in vol­ler Höhe als steu­er­pflich­ti­ger Arbeits­lohn behan­delt wur­den. Der Ein­spruch dage­gen hat­te kei­nen Erfolg. Das Finanz­ge­richt (FG) wies die Kla­ge eben­falls ab.

Der BFH, so Pas­sau, war jedoch nun ande­rer Auf­fas­sung und wies den Streit zur wei­te­ren Auklä­rung und Ver­hand­lung an das Finanz­ge­richt  zurück.  Die­ses habe zwar zu Unrecht ent­schie­den, dass die anläss­lich des vom Klä­ger erlit­te­nen Unfalls erbrach­te Leis­tung aus der vom Arbeit­ge­ber des Klä­gers als Ver­si­che­rungs­neh­mer abge­schlos­se­nen Grup­pen­un­fall­ver­si­che­rung beim Klä­ger zu Arbeits­lohn füh­re. Bei Aus­zah­lung der Ver­si­che­rungs­leis­tung an den Klä­ger sei­en jedoch im Streit­fall die bis zum Zeit­punkt der Ver­si­che­rungs­leis­tung vom Arbeit­ge­ber geleis­te­ten Bei­trä­ge zur Unfall­ver­si­che­rung als Arbeits­lohn zu behan­deln und zwar der Höhe nach begrenzt auf die an den Klä­ger erbrach­te Ver­si­che­rungs­leis­tung. Dabei füh­re der nach den Ver­si­che­rungs­prä­mi­en bemes­se­ne Arbeits­lohn zu steu­er­pflich­ti­gem Wer­bungs­kos­ten­er­satz, soweit der durch die Bei­trags­leis­tung erlang­te Ver­si­che­rungs­schutz das Risi­ko beruf­li­cher Unfäl­le abde­cke. Des­halb berech­ti­ge der ent­spre­chen­de Bei­trags­an­teil den Arbeit­neh­mer im Gegen­zug zum Wer­bungs­kos­ten­ab­zug.

Das Gericht ver­trat die Auf­fas­sung, dass der Arbeit­ge­ber mit der Finan­zie­rung des Ver­si­che­rungs­schut­zes die ent­spre­chen­den Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge und nicht etwa die fäl­li­gen Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen im einem Ver­si­che­runs­fall zuwen­de. Für den Zufluss des dadurch ent­stan­de­nen Arbeits­lohns sei maß­geb­lich, wann und und in wel­chem Umfang der Arbeit­neh­mer über die in der Bei­trags­leis­tung zu sei­nen Guns­ten lie­gen­de Zuwen­dung wirt­schaft­lich ver­fü­gen konn­te. Ohne einen eige­nen Rechts­an­spruch kön­ne ein Arbeit­neh­mer aber wirt­schaft­lich über den durch die Bei­trags­leis­tung erlang­ten Vor­teil erst mit Ein­tritt eines Ver­si­che­rungs­fal­les und dem Erhalt der Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen ver­fü­gen. Da das Finanz­ge­richt auf­grund sei­ner Rechts­auf­fas­sung bis­her noch kei­ne Fest­stel­lun­gen zur Höhe der auf den Ver­si­che­rungs­schutz des Klä­gers ent­fal­len­den, vom Arbeit­ge­ber des Klä­gers bis zum Zeit­punkt der Aus­keh­rung der Ver­si­che­rungs­sum­me gezahl­ten Prä­mi­en getrof­fen habe, sei dies nun nach­zu­ho­len.

Pas­sau emp­fahl Steu­er­pflich­ti­gen in ähn­li­cher Situa­ti­on, das Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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