(Kiel) Der IX. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat dar­über ent­schie­den, auf wel­che Wei­se eine zu hohe Abset­zung für Abnut­zung (AfA) bei Gebäu­den im Pri­vat­ver­mö­gen berich­tigt wer­den kann, wenn die ent­spre­chen­den Steu­er­be­schei­de ver­fah­rens­recht­lich nicht mehr geän­dert wer­den kön­nen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 30.04.2014 zu sei­nem Urteil vom 21. Novem­ber 2013 — IX R 1213.

Im Streit­fall hat­te der Klä­ger zunächst Son­der­ge­biets­ab­schrei­bun­gen nach dem För­der­ge­biets­ge­setz in Höhe von 50 % der von ihm für den Erwerb eines Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses geleis­te­ten Anzah­lung in Anspruch genom­men und anschlie­ßend nach Fer­tig­stel­lung und Ablauf des Begüns­ti­gungs­zeit­raums das Gebäu­de degres­siv nach fes­ten Staf­fel­sät­zen gemäß § 7 Abs. 5 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a EStG abge­schrie­ben. Nach­dem das Finanz­amt (FA) fest­ge­stellt hat­te, dass die degres­si­ve AfA zu Unrecht in Anspruch genom­men wor­den war, berich­tig­te es in den Streit­jah­ren 2007 bis 2009 die AfA, indem es die (typi­sier­te) 50-jäh­ri­ge Gesamt­nut­zungs­dau­er nach § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG um den fünf­jäh­ri­gen Begüns­ti­gungs­zeit­raum der Son­der­ab­schrei­bung ver­rin­ger­te und den so neu ermit­tel­ten AfA-Satz von 2,22 % der Bemes­sungs­grund­la­ge vom Rest­wert bis zur vol­len Abset­zung in Abzug brach­te.

Der BFH hat die vom FA vor­ge­nom­me­ne Berech­nung der AfA bestä­tigt. Er hat zunächst ent­schie­den, dass eine degres­si­ve AfA nach Vor­nah­me einer Son­der­ab­schrei­bung aus­ge­schlos­sen ist. Sind für ein Gebäu­de in einem Ver­an­la­gungs­zeit­raum daher Son­der­ab­schrei­bun­gen vor­ge­nom­men wor­den, bemisst sich nach Ablauf des Begüns­ti­gungs­zeit­raums die Rest­wert­ab­schrei­bung nach dem nach § 7 Abs. 4 EStG unter Berück­sich­ti­gung der Rest­nut­zungs­dau­er maß­ge­ben­den linea­ren Pro­zent­satz. Wur­den degres­si­ve Abschrei­bun­gen zu Unrecht vor­ge­nom­men, ist die Berich­ti­gung zu hoch vor­ge­nom­me­ner und ver­fah­rens­recht­lich nicht mehr änder­ba­rer AfA bei Gebäu­den im Pri­vat­ver­mö­gen in der Wei­se vor­zu­neh­men, dass die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Abschrei­bungs­sät­ze auf die bis­he­ri­ge Bemes­sungs­grund­la­ge bis zur vol­len Abset­zung des noch vor­han­de­nen Rest­buch­werts ange­wen­det wer­den. Damit kommt es im Ergeb­nis zur einer Ver­kür­zung der AfA-Dau­er.

Pas­sau emp­fahl, das zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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