(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat ent­schie­den, dass Bera­tungs­kos­ten eines in Deutsch­land beschränkt Steu­er­pflich­ti­gen für ein Ver­stän­di­gungs­ver­fah­ren über die Besteue­rung einer Anteils­ver­äu­ße­rung kei­ne Ver­äu­ße­rungs­kos­ten dar­stel­len und so den steu­er­pflich­ti­gen Ver­äu­ße­rungs­ge­winn nicht min­dern (§ 17 Abs. 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes — EStG).

Dar­auf ver­weist Fach­an­walt für Erb-, Steu­er sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert Gie­se­ler aus der Nürn­ber­ger Kanz­lei Mein­hardt, Gie­se­ler & Part­ner, Prä­si­dent des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 4.12.2013 zu sei­nem Urteil vom 9. Okto­ber 2013 (IX R 2512).

Im ent­schie­de­nen Fall war der Klä­ger im Streit­jahr 2000 in den USA ansäs­sig und in Deutsch­land nur beschränkt steu­er­pflich­tig. Er ver­äu­ßer­te Antei­le an einer GmbH. Da der hier­aus erziel­te Ver­äu­ße­rungs­ge­winn auch in den USA ver­steu­ert wur­de, bean­trag­te er zur Ver­mei­dung die­ser Dop­pel­be­steue­rung ein Ver­stän­di­gungs­ver­fah­ren nach dem Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men mit den USA. Nach dem Ergeb­nis die­ses Ver­fah­rens wur­de Deutsch­land ein Besteue­rungs­recht in Höhe von 60 % an dem Ver­äu­ße­rungs­ge­winn zuer­kannt. Dem Klä­ger ent­stan­den im Zusam­men­hang mit dem Ver­stän­di­gungs­ver­fah­ren Steu­er­be­ra­tungs- und Rechts­an­walts­kos­ten, die er als Ver­äu­ße­rungs­kos­ten gel­tend mach­te. Die­se wur­den vom Finanz­amt nicht, wohl aber vom Finanz­ge­richt (FG) aner­kannt.

Der BFH folg­te dem FG nicht, da Ver­äu­ße­rungs­kos­ten i.S. von § 17 Abs. 2 Satz 1 EStG in unmit­tel­ba­rem sach­li­chem Zusam­men­hang mit der Ver­äu­ße­rung ste­hen müs­sen. Die Auf­wen­dun­gen für das Ver­stän­di­gungs­ver­fah­ren sind aber nicht durch die steu­er­ba­re Anteils­ver­äu­ße­rung ver­an­lasst. Das Ver­stän­di­gungs­ver­fah­ren dien­te nicht der Durch­füh­rung der Ver­äu­ße­rung, son­dern der Klä­rung der Fra­ge, wel­chem Staat das Besteue­rungs­recht zusteht. Auch war nicht die Ver­äu­ße­rung selbst das aus­lö­sen­de Moment für das Ver­stän­di­gungs­ver­fah­ren, son­dern deren Steu­er­bar­keit. Es fehlt an einer unmit­tel­ba­ren sach­li­chen Bezie­hung gera­de zum Ver­äu­ße­rungs­ge­schäft, wie sie etwa Nota­ri­ats­kos­ten, Mak­ler­pro­vi­sio­nen oder Grund­buch­ge­büh­ren auf­wei­sen.

Dr. Gie­se­ler emp­fahl. dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wozu er u. a. auch auf den DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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