(Kiel) Eine vom Finanz­amt mit­tels Com­pu­ter-Fax (sog. Fer­ra­ri-Fax-Ver­fah­ren) über­sand­te Ein­spruchs­ent­schei­dung ist nich­tig, wenn sie mit kei­ner qua­li­fi­zier­ten elek­tro­ni­schen Signa­tur ver­se­hen ist. Sie ent­fal­tet kei­ne Rechts­wir­kung und setzt damit die Kla­ge­frist nicht in Gang.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 01.02.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Finanz­ge­richts (FG) Köln vom 05.11.2009, Az.: 6 K 393108.

In dem Fall wen­de­te der Klä­ger ein, dass er die Ein­spruchs­ent­schei­dung des Finanz­am­tes nicht erhal­ten habe, obwohl das Finanz­amt den Sen­de­be­richt der Über­mitt­lung per Com­pu­ter-Fax vor­ge­legt hat­te. In sei­nem Urteil führt der 6. Senat aus, dass es gar nicht auf den Erhalt der Ein­spruchs­ent­schei­dung durch den Klä­ger ankom­me. Die Bekannt­ga­be der Ein­spruchs­ent­schei­dung sei bereits unwirk­sam. Bei der Über­mitt­lung durch Com­pu­ter-Fax han­de­le es sich näm­lich um einen elek­tro­ni­schen Ver­wal­tungs­akt, der nur dann gül­tig sei, wenn er mit einer qua­li­fi­zier­ten elek­tro­ni­schen Signa­tur ver­se­hen wer­de.

Das FG Köln hat die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen zuge­las­sen, da in der Recht­spre­chung bis­her nicht abschlie­ßend geklärt ist, ob ein Com­pu­ter-Fax über­haupt ein elek­tro­ni­sches Doku­ment ist und ob bei einer Ein­spruchs­ent­schei­dung auf eine qua­li­fi­zier­te elek­tro­ni­sche Signa­tur ggf. ver­zich­tet wer­den kann, betont Pas­sau.

In die­sem Zusam­men­hang hat der 5. Senat des Finanz­ge­richts Köln mit sei­nem vor­her­ge­hen­den Urteil vom 11.03.2009 (5 K 139605) ent­schie­den, dass ein Fax dann kein elek­tro­nisch über­mit­tel­ter Ver­wal­tungs­akt sei, wenn das Emp­fangs­ge­rät kei­ne elek­tro­ni­sche Auf­zeich­nung ermög­li­che. Gegen die­ses Urteil wur­de Revi­si­on beim Bun­des­fi­nanz­hof ein­ge­legt (X R 2209).

Die qua­li­fi­zier­te elek­tro­ni­sche Signa­tur soll sicher­stel­len, dass ein elek­tro­ni­sches Doku­ment, z.B. eine E-Mail, tat­säch­lich vom Absen­der stammt und unver­fälscht über­mit­telt wor­den ist. Die­se wird aller­dings kaum im elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr ange­nom­men, obwohl sie dort vom Gesetz­ge­ber vor­ge­schrie­ben ist. Dies wirkt sich anders als in dem vom 6. Senat ent­schie­de­nen Fall im gericht­li­chen Ver­fah­ren meist nega­tiv auf den Klä­ger aus.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und
geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de 
www.duv-verband.de