(Kiel) Bei Betei­li­gun­gen an Fir­men im Aus­land sind die mit der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und dem ande­ren Land geschlos­se­nen Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men (DBA)  zu beach­ten, damit es für den Anle­ger nicht zu teu­ren Über­ra­schun­gen kommt.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Steu­er­fach­an­walt Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Prä­si­dent des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, mit Hin­blick auf ein kürz­lich ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Bun­des­fi­nanz­ho­fes (BFH AZ.: I R 3408). In dem aus­ge­ur­teil­ten Fall war ein deut­scher Staats­bür­ger zu 40% an einer nach dem Recht des Staa­tes Florida/USA gegrün­de­ten „LLC‘ betei­ligt, wel­che in den USA auf­grund der Aus­übung des dort gege­be­nen steu­er­li­chen Wahl­rechts nicht mit der dor­ti­gen „Cor­po­ra­te Tax“ besteu­ert, son­dern wie eine Per­so­nen­ge­sell­schaft behan­delt wur­de. Damit ist die­se nach dem zwi­schen der BRD und den USA geschlos­se­nen DBAUSA 1989 nur inso­weit eine in den USA ansäs­si­ge und abkom­mens­be­rech­tig­te Per­son, als die von der Gesell­schaft bezo­ge­nen Ein­künf­te in den USA bei der Gesell­schaft oder bei den in den USA ansäs­si­gen Gesell­schaf­tern wie Ein­künf­te dort Ansäs­si­ger besteu­ert wer­den. Dabei, so Steu­er­ex­per­te Gie­se­ler, gebührt das Besteue­rungs­recht für Ein­künf­te, die der inlän­di­sche Gesell­schaf­ter aus der Betei­li­gung an einer sol­chen LLC bezieht, nach dem DBA nur dann den USA, wenn es sich bei der LLC auch aus deut­scher Sicht um eine Per­so­nen­ge­sell­schaft han­delt, wel­che dem Gesell­schaf­ter in den USA eine Betriebs­stät­te ver­mit­telt. Han­delt es sich hin­ge­gen aus deut­scher Sicht um eine „Kapi­tal­ge­sell­schaft“, gebührt das Besteue­rungs­recht für die Ein­künf­te der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Ein vor­ran­gi­ges Besteue­rungs­recht der USA fällt in dem Moment aus. Über die Qua­li­fi­zie­rung, ob die LLC in einem sol­chen Fall nun als „Per­so­nen-„ oder als „Kapi­tal­ge­sell­schaft“ zu bewer­ten ist, so Gie­se­ler, ent­schei­det nach stän­di­ger Recht­spre­chung des BFH ein sogen. „Typen­ver­gleich“. Die für die LLC maß­geb­li­chen Merk­ma­le hier­zu hat das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um bereits im Jahr 2004 unter BSt­Bl 2004, 411 IV auf­ge­lis­tet. Danach sind für die ent­spre­chen­de Ein­ord­nung der LLC als Per­so­nen- oder Kapi­tal­ge­sell­schaft unter „abs­trak­ten Struk­tur­vor­aus­set­zun­gen“ fol­gen­de Merk­ma­le maß­geb­lich:

-    Zen­tra­li­sier­te Geschäfts­füh­rung und Ver­tre­tung
-    Beschränk­te Haf­tung
-    Freie Über­trag­bar­keit der Antei­le
-    Gewinn­zu­tei­lung (nach Gesell­schaf­ter­be­schluss)
-    Kapi­tal­auf­brin­gung
-    Unbe­grenz­te Lebens­dau­er der Gesell­schaft
-    Gewinn­ver­tei­lung
-    For­ma­le Grün­dungs­vor­aus­set­zun­gen

Da die Vor­in­stanz, das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, die­se Fest­stel­lun­gen nicht getrof­fen hat­te, wur­de das Ver­fah­ren zurück­ver­wei­sen. Der Fall zei­ge jedoch wie­der ein­mal deut­lich, so Gie­se­ler, dass vor Inves­ti­tio­nen oder Betei­li­gun­gen im Aus­land die steu­er­li­che Behand­lung genau geklärt wer­den soll­te.

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