(Kiel) Steu­er­be­güns­tig­te Kör­per­schaf­ten dür­fen ihre Leis­tun­gen im Bereich der sog. Ver­mö­gens­ver­wal­tung nach einem Urteil des V. Senats des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 20. März 2014 V (R 413) nicht dem ermä­ßig­ten Steu­er­satz unter­wer­fen. Im Streit­fall hat­te ein gemein­nüt­zi­ger Rad­sport­ver­ein u.a. Sport­an­la­gen ent­gelt­lich an Ver­eins­mit­glie­der über­las­sen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 23.07.2014.

Die Ver­mö­gens­ver­wal­tung gemein­nüt­zi­ger Sport­ver­ei­ne unter­lag nach bis­he­ri­ger Pra­xis dem ermä­ßig­ten Steu­er­satz (vgl. § 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a des Umsatz­steu­er­ge­set­zes). Dies war aller­dings nicht mit dem Uni­ons­recht ver­ein­bar, das die Anwen­dung des ermä­ßig­ten Steu­er­sat­zes für gemein­nüt­zi­ge Kör­per­schaf­ten nur dann zulässt, wenn es sich um Leis­tun­gen für wohl­tä­ti­ge Zwe­cke oder im Bereich der sozia­len Sicher­heit han­delt. Die Ver­mö­gens­ver­wal­tung gehört eben­so wie die Über­las­sung von Sport­an­la­gen oder die sport­li­che Betä­ti­gung zu kei­nem die­ser Berei­che.

Der BFH legt den Begriff der Ver­mö­gens­ver­wal­tung nun­mehr für die Umsatz­steu­er ein­schrän­kend dahin­ge­hend aus, dass es sich um nicht­un­ter­neh­me­ri­sche (nicht­wirt­schaft­li­che) Tätig­kei­ten han­deln muss. Damit hat „Ver­mö­gens­ver­wal­tung“ bei Anwen­dung des ermä­ßig­ten Steu­er­sat­zes kei­ner­lei Bedeu­tung mehr: Über­las­sen gemein­nüt­zi­ge Sport­ver­ei­ne ihre Sport­an­la­gen ent­gelt­lich an Mit­glie­der, z.B. auch in Form eines Mit­glieds­bei­tra­ges, so ist die­se nach natio­na­lem Recht steu­er­pflich­ti­ge Leis­tung kei­ne Ver­mö­gens­ver­wal­tung; sie unter­liegt daher dem Regel­steu­er­satz. Aller­dings sind gemein­nüt­zi­ge Sport­ver­ei­ne berech­tigt, sich gegen die Steu­er­pflicht auf das Uni­ons­recht zu beru­fen. Danach ist anders als nach natio­na­lem Recht auch die Über­las­sung von Sport­an­la­gen durch Ein­rich­tun­gen ohne Gewinn­stre­ben steu­er­frei, so dass sich die Fra­ge nach dem Steu­er­satz erüb­rigt. Das BFH-Urteil ist nur für die Sport­ver­ei­ne bedeut­sam, die ihre gegen Bei­trags­zah­lung erbrach­ten Leis­tun­gen ver­steu­ern (wol­len), um dann auch den Vor­steu­er­ab­zug in Anspruch neh­men zu kön­nen. Über den Sport­be­reich hin­aus kann das Urteil auch dazu füh­ren, dass steu­er­pflich­ti­ge Leis­tun­gen, die steu­er­be­güns­tig­te Kör­per­schaf­ten –z.B. bei der Gestat­tung der Namens­nut­zung zu Wer­be­zwe­cken oder als Dul­dungs­leis­tun­gen– an Spon­so­ren erbrin­gen, nun­mehr dem Regel­steu­er­satz unter­lie­gen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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