(Kiel) In einem bei ihm anhän­gi­gen Revi­si­ons­ver­fah­ren zur Besteue­rung umwand­lungs­steu­er­recht­li­cher Über­nah­me­ge­win­ne aus dem Jahr 1999 hat der Bun­des­fi­nanz­hof nun soeben das Ver­fah­ren aus­ge­setzt und die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts in Karls­ru­he ange­ru­fen.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Steu­er­fach­an­walt Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Prä­si­dent des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, mit Hin­blick auf einen soeben ver­öf­fent­lich­ten Beschluss des Bun­des­fi­nanz­hofs  (BFH AZ.: I R 3305). In dem Ver­fah­ren geht es um die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des § 54 Absatz 9 Satz 1 des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes vom 22.12.1999, wel­cher fest­leg­te, dass Tei­le eines Über­nah­me­ge­winns aus der Umwand­lung von Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten in Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten im Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 anstel­le des all­ge­mei­nen Steu­er­sat­zes von 40% hier mit 45% ver­steu­ert wer­den muss­ten. Nach Über­prü­fung des vor­lie­gen­den Sach­ver­halt geht der zustän­di­ge Senat beim BFH davon aus, dass die Schaf­fung die­ser Vor­schrift gegen den „Par­la­ments­vor­be­halt des Grund­ge­set­zes“ ver­sto­ßen hat, so Gie­se­ler, da die Initia­ti­ve für die­se Ände­rung von dem auf Antrag des Frei­staats Sach­sen ange­ru­fe­nen Ver­mitt­lungs­aus­schuss aus­ge­gan­gen sei, der mit die­ser Geset­zes­in­itia­ti­ve die ihm durch das Anru­fungs­be­geh­ren vor­ge­se­he­nen Gren­zen über­schrit­ten habe. Die­ses habe sich näm­lich zunächst nur auf die zu die­sem Zeit­punkt geplan­te Besteue­rung von Erträ­gen aus Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen beschränkt, die in kei­nem inhalt­li­chen Zusam­men­hang mit der Besteue­rung von umwand­lungs­steu­er­recht­li­chen Über­nah­me­ge­win­nen ste­he. In frü­he­ren BVerfG – Urtei­len habe die­ser  jedoch aus­drück­lich und unmiss­ver­ständ­lich den „Rah­men des Anru­fungs­be­geh­rens“ als Gren­ze für die Ver­mitt­lungs­tä­tig­keit her­vor­ge­ho­ben. Das nicht ver­fas­sungs­ge­mä­ße Zustan­de­kom­men der Vor­schrift füh­re daher zur Nich­tig­keit der Norm.

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