(Kiel) Gehö­ren meh­re­re Kraft­fahr­zeu­ge zu einem Betriebs­ver­mö­gen, ist § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG grund­sätz­lich auch dann fahr­zeug­be­zo­gen, also mehr­fach anzu­wen­den, wenn in tat­säch­li­cher Hin­sicht fest­steht, dass aus­schließ­lich eine Per­son die Fahr­zeu­ge auch pri­vat genutzt hat.

Das, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, ist der Tenor eines am 21.04.2010 ver­öf­fent­lich­ten Urteils des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 9. März 2010 — VIII R 2408.

Damit stellt sich der BFH gegen Tz. 9 Satz 2 des BMF-Schrei­bens vom 21. Janu­ar 2002 IV A 6 -S 2177– 102, BSt­Bl I 2002, 148, wonach bei Vor­han­den­sein von meh­re­ren selbst genutz­ten Fahr­zeu­gen im Betriebs­ver­mö­gen der Ermitt­lung des pri­va­ten Nut­zungs­werts nur das Fahr­zeug mit dem höchs­ten Lis­ten­preis zugrun­de gelegt wer­den soll, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge glaub­haft macht, dass die betrieb­li­chen Fahr­zeu­ge nicht von Per­so­nen genutzt wer­den, die zu sei­ner Pri­vat­sphä­re gehö­ren.

Nach die­ser Ent­schei­dung ist die “Ein-Pro­zent-Rege­lung” nun­mehr auf jedes vom Unter­neh­mer pri­vat genutz­te Fahr­zeug anzu­wen­den, wenn er meh­re­re Fahr­zeu­ge zu Pri­vat­fahr­ten nutzt und nicht nur ein­mal auf das Fahr­zeug mit dem höchs­ten Lis­ten­preis. Die sogen. “Ein-Pro­zent-Rege­lung”, so erläu­tert Pas­sau, kommt immer dann zum Zuge, wenn der Unter­neh­mer nicht die sogen. „Fahr­ten­buch­re­ge­lung” wählt, nach der die für das Kfz ins­ge­samt ent­ste­hen­den Auf­wen­dun­gen durch Bele­ge und das Ver­hält­nis der pri­va­ten zu den übri­gen Fahr­ten durch ein ord­nungs­ge­mä­ßes Fahr­ten­buch nach­ge­wie­sen war­den müs­sen. Das war hier der Fall, da der Klä­ger Fahr­ten­bü­cher nicht geführt hat­te.

Die Ent­schei­dung, so Pas­sau, betrifft einen der „Alt­fäl­le” bis 2009. Im dem neu­es­ten BMF-Schrei­ben aus dem Jah­re 2009 ist die Rege­lung der alten Tz. 9 Satz 2 nicht mehr auf­ge­nom­men wor­den.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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