(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass die Neu­re­ge­lung des Anspruchs auf Tei­ler­lass der Grund­steu­er bei einem gemin­der­ten Miet­ertrag durch das Jah­res­steu­er­ge­setz 2009 vom 19. Dezem­ber 2008 (BGBl I 2008, 2794) und die Anwen­dung der Neu­re­ge­lung bereits für das Jahr 2008 mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 30.05.2012 zu sei­nem Urteil vom 18. April 2012 — II R 3610.

Nach § 33 Abs. 1 des Grund­steu­er­ge­set­zes in der bis zum 31. Dezem­ber 2007 gel­ten­den Fas­sung bestand ein Anspruch auf Tei­ler­lass der Grund­steu­er bereits dann, wenn der tat­säch­li­che Roh­ertrag aus der Ver­mie­tung oder Ver­pach­tung eines bebau­ten Grund­stücks in einem Jahr um mehr als 20 % nied­ri­ger als der nor­ma­le Roh­ertrag war und der Steu­er­schuld­ner die Min­der­ein­nah­men nicht zu ver­tre­ten hat­te. Waren die­se Vor­aus­set­zun­gen erfüllt, war die Grund­steu­er in Höhe des Pro­zent­sat­zes zu erlas­sen, der vier Fünf­teln des Pro­zent­sat­zes ent­sprach, um den der tat­säch­li­che Roh­ertrag nied­ri­ger als der nor­ma­le Roh­ertrag war. Nach der ab dem Jahr 2008 gel­ten­den Neu­re­ge­lung besteht ein Anspruch auf Tei­ler­lass der Grund­steu­er dem­ge­gen­über erst dann, wenn der tat­säch­li­che Roh­ertrag in einem Jahr um mehr als 50 % nied­ri­ger als der nor­ma­le Roh­ertrag ist. Zudem ist die Grund­steu­er in die­sem Fall nur in Höhe von 25 % zu erlas­sen. Wird über­haupt kein Roh­ertrag erzielt, ist die Grund-steu­er in Höhe von 50 % zu erlas­sen.

Der BFH hat dazu ent­schie­den, so Pas­sau, dass der Gesetz­ge­ber dadurch, dass er den Anspruch auf Tei­ler­lass der Grund­steu­er von einer Abwei­chung des tat­säch­li­chen Roh­ertrags vom nor­ma­len Roh­ertrag von mehr als 50 % abhän­gig macht und dies bereits für das Jahr 2008 gilt, den ihm vom Grund­ge­setz ein­ge­räum­ten wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum nicht über­schrit­ten hat. Für die­se Rege­lun­gen bestün­den hin­rei­chen­de sach­li­che Grün­de. Nicht zu prü­fen war, ob die Anknüp­fung der Grund­steu­er an die Ein­heits­wer­te für die Jah­re ab 2008 noch ver­fas­sungs­ge­mäß ist oder ob dies wegen der für die Ein­heits­be­wer­tung maß­ge­ben­den Wert­ver­hält­nis­se vom 1. Janu­ar 1964 .

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies. 

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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