(Kiel) Die Tätig­keit im Auf­sichts­rat einer Volks­bank ist nicht ehren­amt­lich i.S. des § 4 Nr. 26 UStG (Ände­rung der Recht­spre­chung).

Dies, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  ist der Tenor eines 30.09.2009 ver­öf­fent­lich­ten Urteils des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 20. August 2009, Az.  V R 3208.

In dem Fall erhielt der Klä­ger, ein selb­stän­di­ger Ver­si­che­rungs­kauf­mann, in den Jah­ren 1997 bis 2001 jeweils zwi­schen 4.000 DM und 6.000 DM lie­gen­de Brut­to­ver­gü­tun­gen für sei­ne Tätig­keit als Auf­sichts­rats­mit­glied einer Volks­bank. Die­se Ver­gü­tun­gen behan­del­te er als steu­er­freie Umsät­ze nach § 4 Nr. 26 des Umsatz­steu­er­ge­set­zes 19931999 (UStG). Nach­dem das Finanz­amt dem zunächst gefolgt war, unter­warf es nach einer Prü­fung alle Umsät­ze nach­träg­lich der Umsatz­steu­er. Ein­spruch und Kla­ge vor dem Finanz­ge­richt blie­ben erfolg­los.

Zu Recht, wie nun auch der BFH beton­te, so Pas­sau.

Das Finanz­ge­richt habe die Tätig­keit des Klä­gers im Auf­sichts­rat einer Volks­bank zu Recht als steu­er­pflich­tig behan­delt. Die­se Umsät­ze des Klä­gers sei­en nicht gemäß § 4 Nr. 26 Buchst. b UStG von der Umsatz­steu­er befreit. Ent­ge­gen sei­ner Auf­fas­sung habe er durch sei­ne Auf­sichts­rats­tä­tig­keit als Unter­neh­mer sons­ti­ge Leis­tun­gen gegen Ent­gelt i.S. von § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG aus­ge­führt.

Der Klä­ger habe gegen Ent­gelt, also im Rah­men eines Leis­tungs­aus­tau­sches gehan­delt. Zwi­schen der Leis­tung und einem erhal­te­nen Gegen­wert müs­se ein unmit­tel­ba­rer Zusam­men­hang bestehen. Der unmit­tel­ba­re Zusam­men­hang müs­se sich dabei aus einem zwi­schen dem Leis­ten­den und dem Leis­tungs­emp­fän­ger bestehen­den Rechts­ver­hält­nis erge­ben, in des­sen Rah­men gegen­sei­ti­ge Leis­tun­gen aus­ge­tauscht wer­den, wobei die Ver­gü­tung den Gegen­wert für die Leis­tung bil­de.

Die Auf­sichts­rats­tä­tig­keit des Klä­gers sei nicht i.S. des § 4 Nr. 26 Buchst. b UStG steu­er­frei. Gemäß § 4 Nr. 26 Buchst. b UStG sei die ehren­amt­li­che Tätig­keit steu­er­frei, wenn das Ent­gelt für die­se Tätig­keit nur in Aus­la­gen­er­satz und einer ange­mes­se­nen Ent­schä­di­gung für Zeit­ver­säum­nis besteht. Die Tätig­keit im Auf­sichts­rat einer Volks­bank sei kei­ne ehren­amt­li­che Tätig­keit. Die Fra­ge, ob die dem Klä­ger zuge­flos­se­nen Ent­gel­te nur als Aus­la­gen­er­satz und als eine ange­mes­se­ne Ent­schä­di­gung für Zeit­ver­säum­nis ange­se­hen wer­den könn­ten, brau­che der Senat des­halb nicht zu ent­schei­den. Die Tätig­keit im Auf­sichts­rat einer Volks­bank wer­de in kei­nem Gesetz als ehren­amt­lich bezeich­net. Ins­be­son­de­re ent­hal­te das Genos­sen­schafts­ge­setz kei­ne ent­spre­chen­de Rege­lung. Die Tätig­keit des Klä­gers wer­de auch nicht vom mate­ri­el­len Begriff der Ehren­amt­lich­keit umfasst. Bei einer Volks­bank han­de­le es sich nicht um eine fremd­nüt­zig bestimm­te Ein­rich­tung.

Pas­sau emp­fahl, die­se Grund­sät­ze auch bei ver­gleich­ba­ren Auf­sichts­rats­tä­tig­kei­ten zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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