(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass Kos­ten für die Erstel­lung der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung bei der Fest­set­zung der Ein­kom­men­steu­er nicht abge­zo­gen wer­den kön­nen.

Nach der am 14.04.2010 ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH)  vom 4. Febru­ar 2010, Az.: X R 1008, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, min­dern Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten für die Erstel­lung der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung weder die Ein­künf­te noch das Ein­kom­men. Der Gesetz­ge­ber war nicht aus ver­fas­sungs­recht­li­chen Grün­den ver­pflich­tet, den Abzug von Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten zuzu­las­sen. Die Neu­re­ge­lung (Strei­chung des § 10 Abs. 1 Nr. 6 EStG a.F.) ver­letzt weder das objek­ti­ve noch das sub­jek­ti­ve Net­to­prin­zip; auch der Gleich­heits­satz wird nicht ver­letzt. Ein Abzug ist auch im Hin­blick auf die Kom­pli­ziert­heit des Steu­er­rechts ver­fas­sungs­recht­lich nicht gebo­ten.

In dem Fall, so Pas­sau, hat­te die Klä­ge­rin in ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung für das Jahr 2006 neben Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten für die Ermitt­lung von Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit sowie für die Ermitt­lung von Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten für die Erstel­lung ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung 2005 in Höhe von 94,57 € gel­tend gemacht. Die Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung 2005 wur­de im Jahr 2006 erstellt, das Hono­rar wur­de eben­falls im Jahr 2006 gezahlt. Das Finanz­amt ver­sag­te den Abzug der Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten für die Erstel­lung der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung mit der Begrün­dung, es han­de­le sich bei die­sen Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten weder um Betriebs­aus­ga­ben noch um Wer­bungs­kos­ten. Sie sei­en auf­grund der Auf­he­bung der Vor­schrift des § 10 Abs. 1 Nr. 6 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) durch das Gesetz zum Ein­stieg in ein steu­er­li­ches Sofort­pro­gramm (StSo­fort­PG) vom 22. Dezem­ber 2005 (BGBl I 2005, 3682, BSt­Bl I 2006, 79) ab 2006 nicht mehr abzieh­bar.

Zu Recht, wie der Bun­des­fi­nanz­hof nun ent­schied, so Pas­sau.

Die (noch gel­tend gemach­ten) Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten könn­ten weder als Betriebs­aus­ga­ben noch als Wer­bungs­kos­ten abge­zo­gen wer­den; sie sei­en nicht gemäß § 4 Abs. 4 bzw. § 9 Abs. 1 EStG durch eine bestimm­te Ein­kunfts­art ver­an­lasst. Soweit der Klä­ge­rin Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten im Zusam­men­hang mit der Erzie­lung von Ein­künf­ten ent­stan­den waren, habe das FA die­se bereits berück­sich­tigt.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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