(Kiel) Ob bei Fremd­wäh­rungs­ver­bind­lich­kei­ten eine Ver­än­de­rung des Wäh­rungs­kur­ses zum Bilanz­stich­tag eine vor­aus­sicht­lich dau­er­haf­te Teil­wert­erhö­hung ist, hängt maß­geb­lich von der Lauf­zeit der Ver­bind­lich­keit ab.

Dies, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel sei der Tenor eines am 17.06.2009 ver­öf­fent­lich­ten Urteils des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom  23. April 2009, Az.: IV R 6206.

Hier­bei habe der BFH die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass bei Fremd­wäh­rungs­ver­bind­lich­kei­ten, die eine Rest­lauf­zeit von ca. zehn Jah­ren haben, ein Kurs­an­stieg der Fremd­wäh­rung grund­sätz­lich kei­ne vor­aus­sicht­lich dau­ern­de Teil­wert­erhö­hung begrün­det. In die­sen Fäl­len sei davon aus­zu­ge­hen, dass sich Wäh­rungs­schwan­kun­gen in der Regel aus­glei­chen.

Fremd­wäh­rungs­ver­bind­lich­kei­ten sei­en grund­sätz­lich mit dem Rück­zah­lungs­be­trag zu bewer­ten, der sich aus dem Kurs im Zeit­punkt der Dar­le­hens­auf­nah­me ergibt. Der Teil­wert der Ver­bind­lich­keit kön­ne — in sinn­ge­mä­ßer Anwen­dung des § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG — ange­setzt wer­den, wenn er auf­grund einer vor­aus­sicht­lich dau­ern­den Wert­ver­än­de­rung höher ist als der ursprüng­li­che Rück­zah­lungs­be­trag.

Eine vor­aus­sicht­lich dau­ern­de Wert­min­de­rung lie­ge bei akti­ven Wirt­schafts­gü­tern vor, wenn der Teil­wert nach­hal­tig unter den maß­geb­li­chen Buch­wert gesun­ken sei. Von einem “nach­hal­ti­gen” Sin­ken des Teil­werts unter die Anschaf­fungs­kos­ten sei aus­zu­ge­hen, wenn aus der Sicht des Bilanz­stich­tags auf­grund objek­ti­ver Anzei­chen ernst­lich mit einem lang­fris­ti­gen Anhal­ten der Wert­min­de­rung gerech­net wer­den müs­se. Hier­für bedür­fe es einer an der Eigen­art des Wirt­schafts­gu­tes aus­ge­rich­te­ten Pro­gno­se. Ent­spre­chen­des gel­te für die vor­aus­sicht­lich dau­ern­de Wert­erhö­hung bei Ver­bind­lich­kei­ten.

Ob bei Fremd­wäh­rungs­ver­bind­lich­kei­ten eine Ver­än­de­rung des Wäh­rungs­kur­ses zum Bilanz­stich­tag eine vor­aus­sicht­lich dau­er­haf­te Teil­wert­erhö­hung ist, hän­ge maß­geb­lich von der Lauf­zeit der Ver­bind­lich­keit ab. Die Grund­sät­ze für nicht abnutz­ba­re Wirt­schafts­gü­ter des Anla­ge­ver­mö­gens lie­ßen sich auf Ver­bind­lich­kei­ten nicht über­tra­gen. Bei Fremd­wäh­rungs­ver­bind­lich­kei­ten, die — wie im Streit­fall — eine Rest­lauf­zeit von ca. zehn Jah­ren haben, sei davon aus­zu­ge­hen, dass sich Wäh­rungs­schwan­kun­gen grund­sätz­lich aus­glei­chen.

Er emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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