(Kiel) Der  Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat durch einen am 15.07.2009 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen auf­ge­for­dert, einem Ver­fah­ren bei­zu­tre­ten, um zu der Fra­ge Stel­lung zu neh­men, ob die in § 8 Abs. 2 GrEStG ange­ord­ne­te Her­an­zie­hung der Grund­be­sitz­wer­te i.S. des § 138 BewG als Bemes­sungs­grund­la­ge der Grund­er­werb­steu­er ver­fas­sungs­ge­mäß ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf den am 15.07.2009 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss des BFH vom 27. Mai 2009. Az.  II R 6408.

In dem Revi­si­ons­ver­fah­ren ist in grund­er­werb­steu­er­recht­li­cher Hin­sicht dar­über zu ent­schei­den, ob für den Erwerb des ein­zi­gen Anteils an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft mit Grund­be­sitz Grund­er­werb­steu­er fest­zu­set­zen ist. Des Wei­te­ren stellt sich die Fra­ge, ob die Vor­schrif­ten des Grund­er­werbs­steu­er­ge­set­zes (GrEStG) und des Bewer­tungs­ge­set­zes (BewG), ins­be­son­de­re die Tarif­vor­schrift des § 11 GrEStG einer am Gleich­heits­satz des Art. 3 des Grund­ge­set­zes (GG) ori­en­tier­ten ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung stand­hal­ten

Es bestehen ver­fas­sungs­recht­li­che hier Beden­ken, ob der dem ange­foch­te­nen Bescheid zugrun­de lie­gen­de Ansatz der geson­dert fest­ge­stell­ten Grund­stücks­wer­te (§ 8 Abs. 2 GrEStG i.V.m. §§ 138 ff. BewG) als Bemes­sungs­grund­la­ge der Grund­er­werb­steu­er ver­fas­sungs­ge­mäß ist, soweit das bebau­te Grund­stück betrof­fen ist.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) hat im Beschluss vom 7. Novem­ber 2006 1 BvL 1002 aus­ge­führt, die Bewer­tung von bebau­ten Grund­stü­cken im ver­ein­fach­ten Ertrags­wert­ver­fah­ren nach § 146 Abs. 2 Satz 1 BewG sei zur Erfül­lung der Anfor­de­run­gen des all­ge­mei­nen Gleich­heits­sat­zes (Art. 3 Abs. 1 GG) struk­tu­rell unge­eig­net. Sie füh­re zu Ein­zel­er­geb­nis­sen, die in erheb­li­cher Anzahl zwi­schen weni­ger als 20 v.H. und über 100 v.H. des gemei­nen Werts dif­fe­rier­ten.

Im Anschluss an die­se Ent­schei­dung, so Pas­sau, hat­te der Gesetz­ge­ber die Grund­be­sitz­be­wer­tung für die Erb­schaft- und Schen­kungsteu­er mit Wir­kung ab dem 01.01.2009 neu gere­gelt, für die Grund­er­werb­steu­er jedoch auch nach dem 01.01.2009 bei den  bis­he­ri­gen, vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt,  kri­ti­sier­ten Bewer­tungs­vor­schrif­ten belas­sen. Der BFH zieht des­halb eine Vor­la­ge an das BVerfG in Betracht und hat nun das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um  auf­ge­for­dert, dem Ver­fah­ren bei­zu­tre­ten, um zu der Fra­ge Stel­lung zu bezie­hen.

Pas­sau emp­fahl, die wei­te­re Ent­wick­lung zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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