(Kiel) § 15 UStG 1993 schützt nicht den guten Glau­ben an die Erfül­lung der Vor­aus­set­zun­gen für den Vor­steu­er­ab­zug. Lie­gen die mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen für den Vor­steu­er­ab­zug wegen unzu­tref­fen­der Rech­nungs­an­ga­ben nicht vor, kommt unter Berück­sich­ti­gung des Grund­sat­zes des Ver­trau­ens­schut­zes ein Vor­steu­er­ab­zug im Bil­lig­keits­ver­fah­ren (§§ 163, 227 AO) in Betracht.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf ein am 08.07.2009 ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 30. April 2009, Az.  V R 1507.

In dem Streit­fall hat­te der Klä­ger gebrauch­te PKW von einem Auto­mo­bil­händ­ler bezo­gen, der die Lie­fe­run­gen unter einer Geschäfts­adres­se abrech­ne­te, die aber in dem Streit­jahr nicht mehr bestand. Dar­auf­hin ver­sag­te das Finanz­amt den Vor­steu­er­ab­zug aus dem Ankauf  der Fahr­zeu­ge. Das Finanz­ge­richt Köln gab der dar­auf erfolg­ten Kla­ge statt, weil dem Klä­ger trotz Unrich­tig­keit der Rech­nungs­an­ga­be ein Vor­steu­er­ab­zug nach Grund­sät­zen des Ver­trau­ens­schut­zes  zu gewäh­ren sei.

Dem. so betont Pas­sau, ver­moch­te sich der BFH jedoch nicht anzu­schlie­ßen und hob das Urteil auf­grund der Revi­si­on des Finanz­amts auf.

Im Rah­men der Steu­er­fest­set­zung sei es nicht mög­lich, auf­grund beson­de­rer Umstän­de des Ein­zel­falls Ver­trau­ens­schutz­grün­de zu berück­sich­ti­gen, z. B. wenn ein Unter­neh­mer die Unrich­tig­keit der Anga­ben auch bei Beach­tung der Sorg­falt eines ordent­li­chen Kauf­man­nes nicht hät­te erken­nen kön­nen. Hier­für kom­me sodann nur noch ein Bil­lig­keits­ver­fah­ren gemäß § 163, § 227 der Abga­ben­ord­nung in Betracht. Gesichts­punk­te des Ver­trau­ens­schut­zes könn­ten im Fest­set­zungs­ver­fah­ren nicht berück­sich­tigt wer­den. Der Vor­steu­er­ab­zug ste­he dem Unter­neh­mer erst bei Vor­la­ge einer Rech­nung mit der zutref­fen­den Anschrift des leis­ten­den Unter­neh­mers zu.

Er emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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