(Kiel)  “Ren­di­ten” aus einer Betei­li­gung an der Busi­ness Capi­tal Inves­tors Cor­po­ra­ti­on (BCI) müs­sen als Kapi­tal­ein­künf­te ver­steu­ert wer­den, wenn sie bis Anfang 2010 gut­ge­schrie­be­nen wur­den.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts Köln (FG) vom 2.05.2014 zu sei­nem Urteil vom 19.3.2014 (14 K 282413).

Bei der BCI han­delt es sich um eine im Jahr 2002 gegrün­de­te ame­ri­ka­ni­sche Akti­en­ge­sell­schaft. Den Anle­gern wur­den Ren­di­ten von 15,5 % ver­spro­chen. Die Anla­ge­gel­der soll­ten in einen Ver­mö­gens­pool flie­ßen, aus dem u.a. Groß­ban­ken Sicher­heits­ka­pi­tal für Finanz­ge­schäf­te zur Ver­fü­gung gestellt wer­den soll­te. Tau­sen­de deut­scher Anle­ger, die an die 100 Mil­lio­nen Euro inves­tiert haben sol­len, wur­den so gelockt. Tat­säch­lich wur­den mit den ein­ge­zahl­ten Gel­dern jedoch Zins- und Rück­zah­lungs­an­sprü­che von ande­ren Anle­gern befrie­digt. Mit jähr­li­chen Ren­di­te­ab­rech­nun­gen von 15,5 % wur­de der Erfolg des Pro­dukts vor­ge­täuscht. Im Fal­le der Kün­di­gung der Anla­ge wur­de die Ein­la­ge samt ver­meint­lich erziel­ter Ren­di­te bis Anfang des Jah­res 2010 auch aus­be­zahlt. Danach brach die­ses Schnee­ball­sys­tem zusam­men.

In dem Streit­fall klag­ten Ehe­leu­te, die sich in den Jah­ren 2002 bis 2007 mit ins­ge­samt 338.000 Euro an der BCI betei­ligt hat­ten, gegen die Ver­steue­rung gut­ge­schrie­be­ner “Ren­di­ten” in Höhe von ca. 190.000 Euro. Da sie sich für die Wie­der­an­la­ge der Ein­la­gen und der “Ren­di­ten” ent­schie­den hat­ten, ver­lo­ren sie mit dem Zusam­men­bruch des Schnee­ball­sys­tems alles. Den­noch besteu­er­te das Finanz­amt die Ren­di­ten. Hier­bei berief es sich auf die Recht­spre­chung des BFH, wonach auch Gut­schrif­ten aus einem sog. Schnee­ball­sys­tem zu Ein­nah­men aus Kapi­tal­ver­mö­gen füh­ren, solan­ge der Betrei­ber zur Aus­zah­lung der gut­ge­schrie­be­nen “Ren­di­ten” bereit und fähig war. Der 14. Senat des Finanz­ge­richts Köln wies die Kla­ge der Ehe­leu­te ab. Er behan­del­te die gut­ge­schrie­be­nen Ren­di­ten als steu­er­pflich­ti­ge Ein­nah­men aus einer stil­len Betei­li­gung. Dass die Ren­di­ten nie zur Aus­zah­lung kamen sei uner­heb­lich, da die BCI auf Ver­lan­gen der Klä­ger bis Anfang 2010 Ein­la­gen samt “Ren­di­te” aus­ge­zahlt hät­te.

Der 14. Senat des Finanz­ge­richts Köln hat wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung des Fal­les Revi­si­on beim BFH in Mün­chen zuge­las­sen, die dort unter dem Akten­zei­chen VIII R 1314 anhän­gig ist.

Pas­sau emp­fahl, den Aus­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 – 974 3010
Fax: 0431 – 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de