(Kiel) In den Urtei­len vom 26. Febru­ar 2014 — VI R 3713 und VI R 4012 — hat sich der VI. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) zur Fra­ge der Abzugs­fä­hig­keit von Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer im Fal­le eines Poo­lar­beits­plat­zes bzw. eines Tele­ar­beits­plat­zes geäu­ßert.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 4.06.2014 zu sei­nen Urtei­len.

Im Fall VI R 3713 hat­te der Klä­ger, ein Groß­be­triebs­prü­fer eines Finanz­am­tes, an der Dienst­stel­le kei­nen fes­ten Arbeits­platz, son­dern teil­te sich für die vor- und nach­be­rei­ten­den Arbei­ten der Prü­fun­gen mit wei­te­ren sie­ben Groß­be­triebs­prü­fern drei Arbeits­plät­ze (sog. Poo­lar­beits­plät­ze). Das Finanz­amt (FA) berück­sich­tig­te die für das häus­li­che Arbeits­zim­mer gel­tend gemach­ten Auf­wen­dun­gen mit der Begrün­dung nicht, dass ein Groß­be­triebs­prü­fer sei­nen Arbeits­platz an der Dienst­stel­le nicht tag­täg­lich auf­su­chen müs­se und der Poo­lar­beits­platz des­halb aus­rei­chend sei. Das Finanz­ge­richt (FG) gab der dage­gen erho­be­nen Kla­ge statt.

Der Streit­fall VI R 4012 betraf einen Klä­ger, der sich in sei­nem häus­li­chen Arbeits­zim­mer einen sog. Tele­ar­beits­platz ein­ge­rich­tet hat­te, in dem er gemäß einer Ver­ein­ba­rung mit sei­nem Dienst­herrn an bestimm­ten Wochen­ta­gen (Mon­tag und Frei­tag) sei­ne Arbeits­leis­tung erbrach­te. Das FA ver­sag­te den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug für das häus­li­che Arbeits­zim­mer. Das FG gab der hier­ge­gen erho­be­nen Kla­ge mit der Begrün­dung statt, der Tele­ar­beits­platz ent­spre­che schon nicht dem Typus des häus­li­chen Arbeits­zim­mers was zur Fol­ge habe, dass der Abzug der Kos­ten unbe­schränkt mög­lich sei. Zudem stün­de dem Klä­ger an den häus­li­chen Arbeits­ta­gen kein ande­rer Arbeits­platz an der Dienst­stel­le zur Ver­fü­gung.

Der BFH bestä­tigt in sei­nem Urteil VI R 3713 die Vor­ent­schei­dung des FG. Die Auf­wen­dun­gen für das häus­li­che Arbeits­zim­mer sind abzugs­fä­hig, da der Poo­lar­beits­platz an der Dienst­stel­le dem Klä­ger nicht in dem zur Ver­rich­tung sei­ner gesam­ten Innen­dien­st­ar­bei­ten (Fall­aus­wahl, Fer­ti­gen der Prüf­be­rich­te etc.) kon­kret erfor­der­li­chen Umfang zur Ver­fü­gung stand. Dies muss aber nicht bei jedem Poo­lar­beits­platz so sein. Der BFH stellt klar, dass ein Poo­lar­beits­zim­mer ein ande­rer Arbeits­platz i.S. des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes sein kann und zwar dann, wenn bei die­sem – anders als im Streit­fall — auf­grund der Umstän­de des Ein­zel­falls (aus­rei­chen­de Anzahl an Poo­lar­beits­plät­zen, ggf. dienst­li­che Nut­zungs­ein­tei­lung etc.) gewähr­leis­tet ist, dass der Arbeit­neh­mer sei­ne beruf­li­che Tätig­keit in dem kon­kret erfor­der­li­chen Umfang dort erle­di­gen kann.

Im Fall VI R 4012 hat der BFH die Vor­ent­schei­dung auf­ge­ho­ben und die Kla­ge abge­wie­sen. Der vom Klä­ger genutz­te Tele­ar­beits­platz ent­sprach grund­sätz­lich dem Typus des häus­li­chen Arbeits­zim­mers und dem Klä­ger stand an der Dienst­stel­le auch ein ande­rer Arbeits­platz “zur Ver­fü­gung”. Denn dem Klä­ger war es weder unter­sagt, sei­nen dienst­li­chen Arbeits­platz jeder­zeit und damit auch an den eigent­lich häus­li­chen Arbeits­ta­gen zu nut­zen, noch war die Nut­zung des dienst­li­chen Arbeits­plat­zes in tat­säch­li­cher Hin­sicht in irgend­ei­ner Wei­se ein­ge­schränkt.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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