(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen für die Sanie­rung eines selbst genutz­ten Wohn­ge­bäu­des, nicht aber die Kos­ten für übli­che Instand­set­zungs- und Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men oder die Besei­ti­gung von Bau­män­geln, als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung abzugs­fä­hig sein kön­nen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 13.06.2012 zu sei­nen Urtei­len vom 29. März 2012 — Az.: VI R 2111, VI R 7010 und VI R 4710.

Nach § 33 Abs. 1 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes wird die Ein­kom­men­steu­er auf Antrag ermä­ßigt, wenn einem Steu­er­pflich­ti­gen zwangs­läu­fig grö­ße­re Auf­wen­dun­gen als der über­wie­gen­den Mehr­zahl der Steu­er­pflich­ti­gen glei­cher Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se, glei­cher Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se und glei­chen Fami­li­en­stands (außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung) erwach­sen.

Hier­zu kön­nen auch Auf­wen­dun­gen für die Sanie­rung eines Gebäu­des gehö­ren, wenn durch die Bau­maß­nah­men kon­kre­te Gesund­heits­ge­fähr­dun­gen, etwa durch ein asbest­ge­deck­tes Dach (VI R 4710), abge­wehrt, Brand-, Hoch­was­ser- oder ähn­lich unaus­weich­li­che Schä­den, bei­spiels­wei­se durch den Befall eines Gebäu­des mit Ech­tem Haus­schwamm (VI R 7010) besei­tigt oder vom Gebäu­de aus­ge­hen­de unzu­mut­ba­re Beein­träch­ti­gun­gen (Geruchs­be­läs­ti­gun­gen, VI R 2111) beho­ben wer­den.

Aller­dings darf der Grund für die Sanie­rung weder beim Erwerb des Grund­stücks erkenn­bar gewe­sen noch vom Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ver­schul­det wor­den sein. Auch muss der Steu­er­pflich­ti­ge rea­li­sier­ba­re Ersatz­an­sprü­che gegen Drit­te ver­fol­gen, bevor er sei­ne Auf­wen­dun­gen steu­er­lich gel­tend machen kann und er muss sich den aus der Erneue­rung erge­ben­den Vor­teil anrech­nen las­sen (“Neu für Alt”).

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

 
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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
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24103 Kiel
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