(Kiel) Das Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz hat sich mit der Fra­ge beschäf­tigt, ob Auf­wen­dun­gen eines Bank­be­triebs­wirts für die Fort­bil­dung in „Psy­cho- und Patho­phy­sio­gno­mik” (Ver­such, von phy­sio­lo­gi­schen Merk­ma­len wie Kör­per­bau, Schä­del­form und Gesichts­zü­gen auf die see­li­schen Eigen­schaf­ten­ei­nes Men­schen, ins­be­son­de­re des­sen Cha­rak­ter­zü­ge und/oder Tem­pe­ra­ment zu schlie­ßen) als Wer­bungs­kos­ten zu berück­sich­ti­gen sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Rhein­land-Pfalz vom 21.06.2013 zu sei­nem Urteil vom 03. Juni 2013 (Az.: 5 K 126112).

Der ver­hei­ra­te­te und bei einer Bank beschäf­tig­te Klä­ger mach­te in sei­ner Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung für 2009 Kos­ten für die Fort­bil­dung in „Psy­cho- und Patho­phy­sio­gno­mik” in Höhe von rund 1.800 € (Semi­nar­ge­büh­ren, Über­nach­tungs­kos­ten, Fahrt­kos­ten usw.) als Wer­bungs­kos­ten gel­tend. Zur Begrün­dung führ­te er aus, er sei seit sechs Jah­ren für die Aus­wahl der Aus­zu­bil­den­den ver­ant­wort­lich. Auf Ver­an­las­sung sei­nes Arbeit­ge­bers habe er bereits eine Aus­bil­dung zum diplo­mier­ten sys­te­mi­schen Coach absol­viert. Da ihm die­se Kennt­nis­se über­aus hilf­reich gewe­sen sei­en, habe er sein psy­cho- und patho­phy­sio­gno­mi­sches Wis­sen spä­ter wei­ter ver­tieft. Auch die­se Kos­ten habe sein Arbeit­ge­ber teil­wei­se über­nom­men. Der Besuch der Fort­bil­dungs­kur­se im Streit­jahr 2009 sei daher eben­falls beruf­lich ver­an­lasst und die ent­spre­chen­den Kos­ten abzugs­fä­hig.

Das beklag­te Finanz­amt ver­trat die Auf­fas­sung, dass es sich bei der Psy­cho- und Patho­phy­sio­gno­mik um eine Pseu­do­wis­sen­schaft hand­le und dass die gel­tend gemach­ten Auf­wen­dun­gen über­wie­gend pri­vat ver­an­lasst sei­en. Die dage­gen erho­be­ne Kla­ge wies das Finanz­ge­richt als unbe­grün­det ab, so Pas­sau.

Das Gericht hielt die Auf­fas­sung des beklag­ten Finanz­am­tes für zutref­fend, dass es sich bei den gel­tend gemach­ten Kos­ten um gemisch­te Auf­wen­dun­gen hand­le, bei denen die pri­va­te Ver­an­las­sung die beruf­li­che Ver­an­las­sung deut­lich über­wie­ge. An der Grenz­li­nie zwi­schen Berufs- und Pri­vat­sphä­re — so das Gericht — bestehe für den Steu­er­pflich­ti­ge ein Anreiz, Pri­vat­auf­wen­dun­gen als beruf­lich ver­an­lasst dar­zu­stel­len, um so den Abzug die­ser Auf­wen­dun­gen zu errei­chen. Eine (über­wie­gen­de) beruf­li­che Bedeu­tung der Semi­na­re, die auch von der Ehe­frau des Klä­gers besucht wor­den sei­en, habe der Klä­ger nicht nach­wei­sen kön­nen. Er habe die Ver­an­stal­tun­gen mit dem Titel „Selbst­ver­wirk­li­chungs­wil­le” und „Ein­fühl­sa­mes Erfra­gen der Anla­gen, um Gesund­heit und Krank­heit zu erkun­den” vor allem aus pri­va­ten Grün­den besucht. Die Revi­si­on wur­de nicht zuge­las­sen, das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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