(Kiel) Nach einer Ent­schei­dung des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Finanz­ge­richts sind Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen für Tätig­kei­ten im Gemein­de- oder Stadt­rat  steu­er­pflich­tig und Ein­künf­te aus selbst­stän­di­ger Arbeit.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf das Urteil des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Finanz­ge­richts vom 22.09.2009, Az.: 3 K 13009.

In dem Fall war der Klä­ger war Mit­glied der Stadt­ver­tre­tung einer Stadt und zugleich des Haupt­aus­schus­ses der Stadt­ver­tre­tung. Er erhielt für sei­ne ehren­amt­li­che Tätig­keit in der Stadt­ver­tre­tung eine als Auf­wands­ent­schä­di­gung geleis­te­te monat­li­che Zah­lung von pau­schal 269,00 EUR (3.228,00 EUR jähr­lich) und für sei­ne Tätig­keit als Mit­glied des Haupt­aus­schus­ses eine monat­li­che Auf­wands­ent­schä­di­gung von zusätz­lich 243,00 EUR (2.916,00 EUR jähr­lich), von denen er in sei­ner Steu­er­erklä­rung 2.669,00 EUR als steu­er­frei behan­del­te und 552,00 EUR als steu­er­pflich­tig erklär­te.

Das Finanz­amt war hier aller­dings der Auf­fas­sung, dass es sich nicht um steu­er­freie Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen han­delt, son­dern um steu­er­pflich­ti­ge Ein­nah­men aus selb­stän­di­ger Tätig­keit.

So sah das auch noch Finanz­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, betont Pas­sau.

Das Finanz­amt habe hat die streit­ge­gen­ständ­li­chen Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen für die Tätig­keit des Klä­gers als Mit­glied im Haupt­aus­schuss der Stadt­ver­tre­tung der Stadt zu Recht in vol­ler Höhe (monat­lich 243,00 EUR) als Ein­künf­te aus selbst­stän­di­ger Arbeit besteu­ert. Die­se Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen sei­en nicht steu­er­frei, son­dern steu­er­pflich­tig. Es han­de­le sich dabei um Ein­nah­men aus selbst­stän­di­ger Arbeit nach § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG. Mit­glie­der von Gemein­de­rä­ten erziel­ten nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH), der das Gericht fol­ge, Ein­künf­te aus selbst­stän­di­ger Arbeit (vgl. BFH-Urteil vom 5. August 1996 IX B 18795, BFH/NV 1996, 1897).

Es blei­be dem Steu­er­pflich­ti­gen aller­dings unbe­nom­men, die ihm ent­stan­de­nen Betriebs­aus­ga­ben oder Wer­bungs­kos­ten nach­zu­wei­sen, wenn er glau­be, dass die nur teil­wei­se Aner­ken­nung der ihm gewähr­ten Auf­wands­ent­schä­di­gung als steu­er­frei nach Maß­ga­be der jeweils fest­ge­leg­ten pau­scha­len Sät­ze nicht aus­rei­chend sei (vgl. BFH-Beschluss vom 13. Okto­ber 2006 XI B 12905, a.a.O.).

Pas­sau emp­fahl, den Aus­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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