(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat erneut klar­ge­stellt, dass bei der steu­er­recht­lich erfor­der­li­chen Prü­fung der Fremd­üb­lich­keit von zwi­schen nahen Ange­hö­ri­gen ver­ein­bar­ten Ver­trags­be­din­gun­gen groß­zü­gi­ge­re Maß­stä­be anzu­le­gen sind, wenn der Ver­trags­schluss (hier ein Dar­le­hen) unmit­tel­bar durch die Erzie­lung von Ein­künf­ten ver­an­lasst ist (vgl. bereits Pres­se­mit­tei­lung Nr. 74 vom 23. Okto­ber 2013 zu einem Arbeits­ver­hält­nis).

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 11.12.2013 zu sei­nem Urteil vom 22. Okto­ber 2013 (X R 2611).

Der Klä­ger betrieb eine Bäcke­rei. Er erwarb von sei­nem Vater umfang­rei­ches Betriebs­in­ven­tar. In Höhe des Kauf­prei­ses gewähr­te der Vater dem Klä­ger ein ver­zins­li­ches Dar­le­hen; die­se For­de­rung trat der Vater sogleich an sei­ne Enkel, die sei­ner­zeit min­der­jäh­ri­gen Kin­der des Klä­gers, ab. Der Dar­le­hens­ver­trag sah vor, dass die jähr­li­chen Zin­sen dem Dar­le­hens­ka­pi­tal zuge­schrie­ben wer­den soll­ten. Bei­de Sei­ten soll­ten den Ver­trag ganz oder teil­wei­se mit einer Frist von sechs Mona­ten kün­di­gen kön­nen.

Das Finanz­amt erkann­te die Zins­auf­wen­dun­gen des Klä­gers nicht als Betriebs­aus­ga­ben an. Das Finanz­ge­richt (FG) bestä­tig­te die­se Auf­fas­sung mit der Begrün­dung, die Ver­ein­ba­run­gen über das Ste­hen­las­sen der Zin­sen, die kurz­fris­ti­ge Kün­di­gungs­mög­lich­keit und das Feh­len von Sicher­hei­ten sei­en nicht fremd­üb­lich.

Dem ist der BFH nicht gefolgt, so Pas­sau.

Da der Klä­ger ohne das Ange­hö­ri­gen­dar­le­hen den Mit­tel­be­darf für sei­ne betrieb­li­che Inves­ti­ti­on bei einem Kre­dit­in­sti­tut hät­te decken müs­sen, hät­te das FG bei der Durch­füh­rung des Fremd­ver­gleichs groß­zü­gi­ge­re Maß­stä­be anle­gen müs­sen als in Fäl­len, in denen z.B. Eigen­mit­tel dem Betrieb ent­nom­men und als Ange­hö­ri­gen­dar­le­hen zurück­ge­währt wer­den. Bei der hier zu beur­tei­len­den Fall­grup­pe kön­nen ein­zel­ne unüb­li­che Klau­seln durch ande­re Ver­ein­ba­run­gen kom­pen­siert wer­den, solan­ge gewähr­leis­tet ist, dass die Ver­trags­chan­cen und -risi­ken ins­ge­samt in fremd­üb­li­cher Wei­se ver­teilt sind. So kann bei­spiels­wei­se das Feh­len von Sicher­hei­ten jeden­falls bei kurz­fris­ti­ger Kün­di­gungs­mög­lich­keit durch einen höhe­ren Zins­satz aus­ge­gli­chen wer­den.

Eine abschlie­ßen­de Ent­schei­dung war dem BFH nicht mög­lich, weil das FG nicht fest­ge­stellt hat­te, ob bzw. wann die Zin­sen tat­säch­lich an die Kin­der des Klä­gers aus­ge­zahlt wor­den sind.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel: 0431 – 974 3010
Fax: 0431 – 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de