(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat ent­schie­den, dass Ein­künf­te, die in der Frei­stel­lungs­pha­se im Rah­men der Alters­teil­zeit nach dem sog. Block­mo­dell erzielt wer­den, regel­mä­ßig kei­ne Ver­sor­gungs­be­zü­ge sind. Der Klä­ger konn­te daher weder den Ver­sor­gungs­frei­be­trag noch den Zuschlag zum Ver­sor­gungs­frei­be­trag in Anspruch neh­men.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 3.07.2013 zu sei­nem Urteil vom 21. März 2013 — VI R 512.

Der 1948 gebo­re­ne Klä­ger war im Streit­jahr 2009 als Beam­ter nicht­selb­stän­dig tätig. Die zustän­di­ge Behör­de hat­te ihm schon 2002 für den Zeit­raum vom 1. August 2004 bis zum 30. Novem­ber 2013 Alters­teil­zeit nach dem Block­mo­dell bewil­ligt. Der Klä­ger ver­rich­te­te danach bis zum 31. März 2009 den Dienst mit der regel­mä­ßi­gen Arbeits­zeit; sei­ne Frei­stel­lungs­pha­se begann am 1. April 2009. Ab die­sem Zeit­punkt war der Klä­ger bis zum Ein­tritt in den Ruhe­stand mit Ablauf des 30. Novem­ber 2013 von der Dienst­leis­tung voll­stän­dig frei­ge­stellt. Der Klä­ger erklär­te den auf den Zeit­raum vom 1. April bis 31. Dezem­ber 2009 ent­fal­len­den Teil der Bezü­ge als Ver­sor­gungs­be­zü­ge. Das Finanz­amt und das Finanz­ge­richt qua­li­fi­zier­ten die Ein­nah­men dage­gen als lau­fen­den Lohn.

Der BFH hat die­se Rechts­auf­fas­sung bestä­tigt. Die in der Frei­stel­lungs­pha­se geleis­te­ten Zah­lun­gen sind kein dem Ruhe­ge­halt gleich­ar­ti­ger Bezug i.S. des § 19 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes. Ein gleich­ar­ti­ger Bezug liegt nur vor, wenn er nach sei­nem Zuwen­dungs­grund mit einem Ruhe­ge­halt, Wit­wen- und Wai­sen­geld ver­gleich­bar ist. Der Bezug muss also, wie das Ruhe­ge­halt auch, einem Ver­sor­gungs­zweck die­nen, also letzt­lich ein vor­ge­zo­ge­nes Ruhe­ge­halt sein. Dar­an fehl­te es bei den in der Frei­stel­lungs­pha­se gezahl­ten Bezü­gen. Denn die in der Alters­teil­zeit erbrach­ten Bezü­ge sind Ent­loh­nung für die akti­ve Tätig­keit des Teil­zeit­be­schäf­tig­ten, also lau­fen­de Dienst­be­zü­ge. Das zeigt sich ins­be­son­de­re bei dem ande­ren Alters­teil­zeit­mo­dell, wenn näm­lich der Beam­te in der gesam­ten Alters­teil­zeit­pha­se durch­gän­gig die Hälf­te der regel­mä­ßi­gen Arbeits­zeit bei ent­spre­chend gemin­der­ten Bezü­gen erbringt.

Das Alters­teil­zeit­mo­dell betrifft mit­hin vor allem die Fra­ge, in wel­chen Zeit­räu­men die Dienst­leis­tung durch den Beam­ten einer­seits und die Dienst­be­zü­ge ande­rer­seits erbracht wer­den, regelt also Fäl­lig­keit und Zufluss­zeit­punkt, nicht aber die grund­le­gen­de Qua­li­fi­ka­ti­on der bei­der­sei­tig geschul­de­ten Leis­tun­gen. Wer­den also vor­ab die Diens­te bei vol­ler Arbeits­zeit erbracht und anschlie­ßend die Frei­stel­lungs­pha­se in Anspruch genom­men, blei­ben die wäh­rend der Alters­teil­zeit durch­gän­gig geleis­te­ten Zah­lun­gen des­halb Dienst­be­zü­ge und wer­den nicht zu Ver­sor­gungs­be­zü­gen. Das Urteil stell­te wei­ter klar, dass allein eine Frei­stel­lung vom Dienst bei fort­lau­fen­den Bezü­gen die­se nicht zu Ver­sor­gungs­be­zü­gen wer­den lässt.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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