(Kiel) Betriebs­aus­ga­ben für die Bewir­tung und Unter­hal­tung von Geschäfts­freun­den im Rah­men eines Gar­ten­fests fal­len nicht zwin­gend unter das Abzugs­ver­bot nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG), wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) ent­schie­den hat.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 30.11.2016 zu dem Urteil vom 13. Juli 2016 — VIII R 2614.

  • 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG erfasst neben im Gesetz aus­drück­lich genann­ten Regel­bei­spie­len wie Auf­wen­dun­gen für Jagd oder Fische­rei, für Segel- oder Motor­jach­ten auch Auf­wen­dun­gen für „ähn­li­che Zwe­cke“. Das Abzugs­ver­bot soll Steu­er­ge­rech­tig­keit ver­wirk­li­chen. Es erfasst auch Auf­wen­dun­gen, die aus­schließ­lich der Unter­hal­tung und Bewir­tung der Geschäfts­freun­de die­nen.

Im Streit­fall hat­te eine Rechts­an­walts­kanz­lei in meh­re­ren Jah­ren sog. „Her­ren­aben­de“ im Gar­ten des Wohn­grund­stücks des namens­ge­ben­den Part­ners ver­an­stal­tet, bei denen jeweils bis zu 358 Gäs­te für Gesamt­kos­ten zwi­schen 20.500 € und 22.800 € unter­hal­ten und bewir­tet wur­den. Das Finanz­ge­richt (FG) hat­te das Abzugs­ver­bot bejaht, weil die Ver­an­stal­tun­gen “Event­cha­rak­ter” gehabt hät­ten, ein geschlos­se­ner Teil­neh­mer­kreis vor­ge­le­gen habe und die Gäs­te sich durch die Ein­la­dung in ihrer wirt­schaft­li­chen und gesell­schaft­li­chen Stel­lung bestä­tigt füh­len durf­ten.

Dies hielt der BFH nicht für aus­rei­chend. Nach dem Urteil des BFH muss sich aus der Ver­an­stal­tung und ihrer Durch­füh­rung erge­ben, dass Auf­wen­dun­gen für eine über­flüs­si­ge und unan­ge­mes­se­ne Unter­hal­tung und Reprä­sen­ta­ti­on getra­gen wer­den. Die blo­ße Annah­me eines Event­cha­rak­ters reicht hier­für nicht aus, da die unter das Abzugs­ver­bot fal­len­den Auf­wen­dun­gen für „ähn­li­che Zwe­cke“ wie bei den Regel­bei­spie­len “unüb­lich“ sein müs­sen. Dies kann auf­grund eines beson­de­ren Ortes der Ver­an­stal­tung oder der Art und Wei­se der Unter­hal­tung der Gäs­te der Fall sein. Der BFH hat im Streit­fall das Urteil des FG auf­ge­ho­ben und die Sache zurück­ver­wie­sen. Das FG hat im zwei­ten Rechts­gang zu prü­fen, ob die Art und Durch­füh­rung der „Her­ren­aben­de“ den Schluss zulässt, dass die­se sich von „gewöhn­li­chen Gar­ten­fes­ten“ abhe­ben und mit der Ein­la­dung zu einer Segel­re­gat­ta oder Jagd­ge­sell­schaft ver­gleich­bar sind.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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