(Kiel) Der X. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat­te dar­über zu ent­schei­den, ob eine seit dem Jahr 2008 gel­ten­de Ein­schrän­kung des Son­der­aus­ga­ben­ab­zugs bei beherr­schen­den Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rern einer GmbH mit dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes GG ) ver­ein­bar ist.

Auf­grund einer Geset­zes­än­de­rung kön­nen die­se als nicht ren­ten­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Arbeit­neh­mer ihre für eine pri­va­te Alters­vor­sor­ge in Form einer sog. “Rürup-Ren­te” geleis­te­ten Bei­trä­ge seit dem Jahr 2008 unter Umstän­den nur in (sehr) ein­ge­schränk­tem Umfang als Son­der­aus­ga­ben abzie­hen, falls sie dane­ben auch über eine Direkt­ver­si­che­rung als betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung ver­fü­gen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 10.12.2014 zu sei­nem Urteil vom 15.07.2014, Az. X R 3512.

Im Streit­fall hat­te die GmbH des Klä­gers bereits im Jahr 1992 zu sei­nen Guns­ten eine Direkt­ver­si­che­rung abge­schlos­sen. Die Bei­trä­ge waren ver­gleichs­wei­se gering (im Streit­jahr betru­gen sie 1.534 €) und wur­den vom Klä­ger im Wege einer Gehalts­um­wand­lung erbracht. Im Streit­jahr 2008 zahl­te der Klä­ger zudem 22.050 € in einen “Rürup-Ren­ten­ver­trag” ein. Von letz­te­ren Auf­wen­dun­gen konn­te er auf­grund der gesetz­li­chen Rege­lung in § 10 Abs. 3 Sät­ze 1 bis 4 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes letzt­lich nur 6.108 € als Son­der­aus­ga­ben abzie­hen. Ohne die vor­han­de­ne Direkt­ver­si­che­rung hät­te der Klä­ger dage­gen 13.200 € abset­zen kön­nen.

Der BFH konn­te sich der Auf­fas­sung des Klä­gers nicht anschlie­ßen, nach der die­se Kür­zung unver­hält­nis­mä­ßig sei und des­halb gegen Art. 3 Abs. 1 GG ver­sto­ße. Der Gesetz­ge­ber hat mit Wir­kung ab dem Jahr 2008 ange­ord­net, dass die Kür­zung des Son­der­aus­ga­ben­ab­zugs im Fall der Gewäh­rung von Zukunfts­si­che­rungs­leis­tun­gen durch den Arbeit­ge­ber nicht davon abhängt, ob und in wel­chem Umfang der Arbeit­neh­mer hier­zu eige­ne Bei­trags­leis­tun­gen erbringt. Damit wird abwei­chend von der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des BFH z.B. ein Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer, der eine betrieb­li­che Alters­vor­sor­ge erhält, bei der Kür­zung des Son­der­aus­ga­ben­ab­zugs den ren­ten­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Arbeit­neh­mern und den Beam­ten ohne Rück­sicht dar­auf gleich­ge­stellt, ob sein Anspruch auf betrieb­li­che Alters­vor­sor­ge voll­stän­dig auf eige­nen Bei­trä­gen beruht. Dass der Gesetz­ge­ber zu einer sol­chen gro­ben Typi­sie­rung berech­tigt war, hat der BFH u.a. damit begrün­det, dass es (beherr­schen­de) Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer in der Hand haben, ihre Alters­ver­sor­gung zu gestal­ten und ent­spre­chend auf die Aus­wir­kun­gen der Gesetz­ge­bung reagie­ren kön­nen. Nach Ansicht des BFH bewegt sich der Gesetz­ge­ber mit den ver­schie­de­nen Typi­sie­run­gen und Pau­scha­lie­run­gen, die –wie im Streit­fall– kumu­la­tiv zu einer sehr ein­ge­schränk­ten Abzugs­fä­hig­keit der “Rürup-Bei­trä­ge” füh­ren kön­nen, ins­ge­samt noch inner­halb des ihm ein­ge­räum­ten Gestal­tungs­spiel­raums.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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