(Kiel) Der VI. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen für die Adop­ti­on eines Kin­des kei­ne außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tun­gen i.S. von § 33 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes sind und damit sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung bestä­tigt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 8.07.2015 zu sei­nem Urteil vom 10. März 2015 — VI R 6011.

Im Streit­fall hat­ten die Klä­ger in ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung Auf­wen­dun­gen in Höhe von 8.560,68 € für eine Aus­land­s­ad­op­ti­on als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen gel­tend gemacht.

Die infol­ge orga­nisch beding­ter Ste­ri­li­tät ent­stan­de­nen Auf­wen­dun­gen sah der BFH nicht als zwangs­läu­fi­ge Krank­heits­kos­ten an, weil es an einer medi­zi­ni­schen Leis­tung feh­le. Die Kos­ten sei­en aber auch nicht aus ande­ren Grün­den zwangs­läu­fig. Denn der Ent­schluss zur Adop­ti­on beru­he nicht auf einer Zwangs­la­ge, son­dern auf der frei­wil­li­gen Ent­schei­dung der Klä­ger, ein Kind anzu­neh­men. Auch wenn die unge­woll­te Kin­der­lo­sig­keit als schwe­re Belas­tung emp­fun­den wer­den dürf­te, füh­re dies nicht dazu, dass der Ent­schluss zur Adop­ti­on als Mit­tel zur Ver­wirk­li­chung eines indi­vi­du­el­len Lebens­plans nicht mehr dem Bereich der indi­vi­du­ell gestalt­ba­ren Lebens­füh­rung zuzu­rech­nen wäre.

Nach­dem der VI. Senat des BFH in einer sog. Diver­genz­an­fra­ge an den Gro­ßen Senat des BFH (Beschluss vom 18. April 2013 VI R 60/11, BFHE 241, 141, BSt­Bl II 2013, 868; vgl. zur Ent­schei­dung des Gro­ßen Senats Pres­se­mit­tei­lung Nr. 815) die Absicht erklärt hat­te, von der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des III. Senats des BFH zur Aner­ken­nung von Auf­wen­dun­gen für eine Adop­ti­on als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen abwei­chen zu wol­len, hat er nun mit der vor­lie­gen­den Ent­schei­dung die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung des III. Senats des BFH bestä­tigt, nach der Adop­ti­ons­kos­ten nicht als außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tun­gen abzieh­bar sind (Urtei­le vom 13. März 1987 III R 301/84, BFHE 149, 245, BSt­Bl II 1987, 495; vom 20. März 1987 III R 150/86, BFHE 149, 539, BSt­Bl II 1987, 596; Beschluss vom 5. Janu­ar 1990 III B 53/89, BFH/NV 1990, 430).

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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