(Kiel)  Der 2. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter hat soeben ent­schie­den, dass ein dua­les Stu­di­um als Erst­aus­bil­dung bzw. Erst­stu­di­um anzu­se­hen und daher die Erwerbs­tä­tig­keit des Kin­des unschäd­lich ist (vgl. § 32 Abs. 4 Satz 3 EStG).

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Müns­ter vom 4.11.2013 zu sei­nem Urteil vom 15. Mai 2013 (2 K 294912 Kg).

Im Streit­fall begann der Sohn der Klä­ge­rin nach dem Abitur ein dua­les Stu­di­um zum Bache­lor im Stu­di­en­gang Steu­er­recht. Neben dem Stu­di­um absol­vier­te er eine stu­di­en­in­te­grier­te prak­ti­sche Aus­bil­dung zum Steu­er­fach­an­ge­stell­ten. Bei­des schloss er erfolg­reich ab: Die Prü­fung zum Steu­er­fach­an­ge­stell­ten leg­te der Sohn bereits im Jahr 2011 ab, der „Bache­lor” wur­de ihm im März 2013 — noch vor Voll­endung des 25. Lebens­jah­res — ver­lie­hen. Die Fami­li­en­kas­se hob die Kin­der­geld­fest­set­zung ab Janu­ar 2012 auf, weil sie der Auf­fas­sung war, dass die Erst­aus­bil­dung des Soh­nes der Klä­ge­rin bereits mit der Prü­fung zum Steu­er­fach­an­ge­stell­ten im Jahr 2011 been­det gewe­sen sei. Das (erst spä­ter been­de­te) Stu­di­um stel­le eine Zweit­aus­bil­dung dar.

Dem ist der 2. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter ent­ge­gen getre­ten, so Pas­sau.

Er hat klar­ge­stellt, dass sich der Sohn der Klä­ge­rin noch bis zum Abschluss sei­nes Stu­di­ums in einer Berufs­aus­bil­dung im Sin­ne von § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2a EStG befun­den habe. Die seit 2012 gel­ten­de gesetz­li­che Neu­re­ge­lung des § 32 Abs. 4 Satz 3 EStG, die den Anspruch auf Kin­der­geld ein­schrän­ke, wenn das Kind sei­ne erst­ma­li­ge Berufs­aus­bil­dung oder ein Erst­stu­di­um abge­schlos­sen habe, ste­he dem Anspruch der Klä­ge­rin nicht ent­ge­gen. Ein aus­bil­dungs- und pra­xis­in­te­grie­ren­der Stu­di­en­gang (Dua­les Stu­di­um) sei als Erst­aus­bil­dung bzw. Erst­stu­di­um anzu­se­hen. Die­ser sei erst abge­schlos­sen, wenn der ange­streb­te aka­de­mi­sche Grad erreicht sei bzw. das Stu­di­um aus ande­ren Grün­den ende. Die Fami­li­en­kas­se hat gegen die Ent­schei­dung Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt (III B 6313).

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

 

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Jörg Pas­sau
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