Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 71 vom 08. Novem­ber 2017

Umsatz­steu­er im Begräb­nis­wald

Urteil vom 21.6.2017 V R 317
Urteil vom 21.6.2017 V R 417

Das Ein­räu­men von Lie­ge­rech­ten zur Ein­brin­gung von Urnen unter Begräb­nis­bäu­men kann als Grund­stücks­ver­mie­tung umsatz­steu­er­frei sein. Erfor­der­lich ist hier­für nach den Urtei­len des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 21. Juni 2017 V R 317 und V R 4/17, dass räum­lich abgrenz­ba­re, indi­vi­dua­li­sier­te Par­zel­len über­las­sen wer­den, so dass Drit­te von einer Nut­zung der Par­zel­le aus­ge­schlos­sen sind.

In der Sache V R 317 hat­te der Klä­ger als Betrei­ber eines Urnen­be­gräb­nis­wal­des, der einer gemeind­li­chen Fried­hofs­sat­zung unter­lag, Inter­es­sen­ten sog. Lie­ge­rech­te (Nut­zungs­rech­te zur Bei­set­zung der Asche) an Fami­li­en- oder Grup­pen­bäu­men für Zeit­räu­me von 20 bis 99 Jah­ren ein­ge­räumt. Der BFH bestä­tig­te die vom Finanz­ge­richt (FG) ange­nom­me­ne Steu­er­frei­heit nach § 4 Nr. 12 Buchst. a des Umsatz­steu­er­ge­set­zes, weil der Klä­ger geo­gra­phisch ein­ge­mes­se­ne, räum­lich abgrenz­ba­re und mit einer Num­me­rie­rung indi­vi­dua­li­sier­te Par­zel­len über­las­sen habe. Wei­te­re Leis­tungs­be­stand­tei­le wie die Infor­ma­ti­on über freie Grab­stät­ten, die Instand­hal­tung des Wal­des und der Wege und die Bereit­stel­lung von Bän­ken sah der BFH nur als Neben­leis­tun­gen zur steu­er­frei­en Ver­mie­tung an.

Im Ver­fah­ren V R 417 genüg­te es dem FG für die Steu­er­frei­heit, dass Leis­tungs­ge­gen­stand “kon­kret ver­mes­se­ne Baum­grab­stät­ten” waren. Unklar war aber, ob den Kun­den damit räum­lich abge­grenz­te Tei­le der Erd­ober­flä­che über­las­sen wur­den oder ob sie ledig­lich das Recht zur Bei­set­zung einer Urne im Wur­zel­be­reich eines bestimm­ten Baums erlangt hat­ten. Der BFH hob daher das kla­ge­statt­ge­ben­de Urteil des FG auf und ver­wies die Sache zur wei­te­ren Sach­auf­klä­rung an das FG zurück.

sie­he auch: Urteil des V. Senats vom 21.6.2017 — V R 417 -, Urteil des V. Senats vom 21.6.2017 — V R 317 -

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