Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 51 vom 28. August 2013Zur Umsatz­steu­er­frei­heit der Umsät­ze aus dem Betrieb einer Kampf­sport­schu­leUr­teil vom 28.05.13 XI R 3511 Mit Urteil vom 28. Mai…

2013 XI R 3511 hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) ent­schie­den, dass die Umsät­ze aus dem Betrieb einer Kampf­sport­schu­le nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richt­li­nie 77/388/EWG steu­er­frei sind, soweit die erbrach­ten Leis­tun­gen nicht ledig­lich den Cha­rak­ter blo­ßer Frei­zeit­ge­stal­tung haben und ver­gleich­ba­re Leis­tun­gen in Schu­len oder Hoch­schu­len erbracht werden.Der Klä­ger betrieb eine Schu­le für Wing­T­sun. Bei die­ser Sport­art han­delt es sich nach einer vom Klä­ger her­aus­ge­ge­be­nen Wer­be­bro­schü­re um “Kampf- und Bewe­gungs­kunst”. Unter Vor­la­ge einer Beschei­ni­gung des zustän­di­gen Minis­te­ri­ums für Bil­dung, Kul­tur und Wis­sen­schaft, wonach die vom Klä­ger erbrach­ten Unter­richts­leis­tun­gen zur Vor­be­rei­tung auf den Beruf des Kampf­kunst­leh­rers Wing­T­sun steu­er­freie Leis­tun­gen im Sin­ne des § 4 Nr. 21 Buchst. a Dop­pel­buchst. bb UStG dar­stell­ten, bean­trag­te die­ser, die zunächst als steu­er­pflich­tig erklär­ten Umsät­ze nun­mehr als umsatz­steu­er­frei zu behan­deln. Das Finanz­amt behan­del­te die Umsät­ze hin­ge­gen wei­ter­hin als steuerpflichtig.Das FG wies die Kla­ge ab, weil die Wing­T­sun-Schu­le des Klä­gers kei­ne berufs­bil­den­de Ein­rich­tung i.S. von § 4 Nr. 21 Buchst. a Dop­pel­buchst. bb UStG sei und die Umsät­ze eben­so wenig nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richt­li­nie 77/388/EWG — nun­mehr Art. 132 Abs. 1 Buchst. i der MwSt­Sys­tRL — von der Umsatz­steu­er befreit sei­en. Dem­ge­gen­über ent­schied der BFH, dass eine Steu­er­frei­heit der strei­ti­gen Leis­tun­gen nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richt­li­nie 77/388/EWG in Betracht kommt. Für die erfor­der­li­che Aner­ken­nung i.S. des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richt­li­nie 77/388/EWG genü­ge die vom Klä­ger vor­ge­leg­te Beschei­ni­gung der zustän­di­gen Lan­des­be­hör­de, die sowohl die Finanz­be­hör­den als auch die Finanz­ge­rich­te dahin­ge­hend bin­de, dass es sich bei der aner­kann­ten Ein­rich­tung um eine sol­che mit ver­gleich­ba­rer Ziel­set­zung han­de­le. Der Begriff “Schul- und Hoch­schul­un­ter­richt” in Art. 13 Teil A Abs. 1 Nr. 1 Buchst. i der Richt­li­nie 77/388/EWG beschrän­ke sich nicht auf Unter­richt, der zu einer Abschluss­prü­fung zur Erlan­gung einer Qua­li­fi­ka­ti­on füh­re oder eine Aus­bil­dung im Hin­blick auf die Aus­übung einer Berufs­tä­tig­keit ver­mitt­le, son­dern er schlie­ße ande­re Tätig­kei­ten ein, bei denen die Unter­wei­sung in Schu­len und Hoch­schu­len erteilt wer­de, um die Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten der Schü­ler oder Stu­den­ten zu ent­wi­ckeln, sofern die­se Tätig­kei­ten nicht den Cha­rak­ter blo­ßer Frei­zeit­ge­stal­tung hätten.Der BFH ver­wies die Sache an das FG zurück, damit es Fest­stel­lun­gen dazu trifft, ob und ggf. wel­che der vom Klä­ger in sei­ner Schu­le ange­bo­te­nen Unter­wei­sun­gen den Cha­rak­ter blo­ßer Frei­zeit­ge­stal­tung haben und ob ver­gleich­ba­re Leis­tun­gen in Schu­len oder Hoch­schu­len, gleich ob öffent­lich-recht­lich oder pri­vat­recht­lich orga­ni­siert, erbracht wer­den.

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