R 2610 hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on (EuGH) die Fra­ge vor­ge­legt, ob ein Gesell­schaf­ter einer Steu­er­be­ra­tungs-GbR, der von der GbR einen Teil des Man­dan­ten­stam­mes nur zu dem Zweck erwirbt, die­sen unmit­tel­bar anschlie­ßend einer unter sei­ner maß­geb­li­chen Betei­li­gung neu gegrün­de­ten Steu­er­be­ra­tungs-GbR unent­gelt­lich zur Nut­zung zu über­las­sen, zum Vor­steu­er­ab­zug aus dem Erwerb des Man­dan­ten­stam­mes berech­tigt sein kann.Der vor­le­gen­de XI. Senat des BFH neigt dazu, den Vor­steu­er­ab­zug des Grün­dungs­ge­sell­schaf­ters zu beja­hen und stützt sich dabei ins­be­son­de­re auf die Rechts­grund­sät­ze, die der EuGH in sei­nem Urteil vom 1. März 2012 C-280/10 — Pol­ski Tra­wer­tyn — auf­ge­stellt hat (ver­öf­fent­licht im Amts­blatt der Euro­päi­schen Uni­on Nr. C 118, 2). Danach darf der Umstand, dass die Ein­brin­gung eines Grund­stücks in eine Gesell­schaft durch deren Gesell­schaf­ter ein von der Umsatz­steu­er befrei­ter Umsatz ist, nicht dazu füh­ren, dass die Gesell­schaf­ter im Rah­men ihrer wirt­schaft­li­chen Tätig­keit mit der Umsatz­steu­er belas­tet wer­den, ohne dass sie die­se abzie­hen oder erstat­tet bekom­men können.Demgegenüber hat der eben­falls für die Umsatz­steu­er zustän­di­ge V. Senat des BFH auf eine vor­sorg­lich gestell­te Anfra­ge des XI. Senats vom 14. Novem­ber 2012 XI R 2610 (ver­öf­fent­licht in BFH/NV — Samm­lung der Ent­schei­dun­gen des Bun­des­fi­nanz­hofs — 2013 S. 417) mit­ge­teilt, dass er an sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung fest­hal­ten will, wonach ein Gesell­schaf­ter, der ein Wirt­schafts­gut außer­halb sei­ner eige­nen wirt­schaft­li­chen (unter­neh­me­ri­schen) Tätig­keit erwirbt und die­ses sei­ner Gesell­schaft unent­gelt­lich zur Nut­zung über­lässt, nicht zum Vor­steu­er­ab­zug berech­tigt ist (BFH-Beschluss vom 6. Dezem­ber 2012 V ER-S 2/12, ver­öf­fent­licht in BFH/NV 2013 S. 418). Der V. Senat hält es für zwei­fel­haft, ob die Aus­füh­run­gen des EuGH in sei­nem Urteil “Pol­ski Tra­wer­tyn” auf den Streit­fall über­trag­bar sind.Da die Aus­le­gung von EuGH-Urtei­len in ers­ter Linie dem EuGH obliegt, hat der XI. Senat zur Klä­rung der ver­blei­ben­den Zwei­fel nun­mehr den EuGH ange­ru­fen.

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