Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 37 vom 18. Mai 2016

Namens­nut­zung im Kon­zern

Urteil vom 21.01.16 I R 2214

Die Gestat­tung einer unent­gelt­li­chen Namens­nut­zung zwi­schen nahe­ste­hen­den Per­so­nen eines Kon­zerns ist steu­er­recht­lich anzu­er­ken­nen und führt nicht zu einer Kor­rek­tur der Gewinn­ermitt­lung nach dem Außen­steu­er­ge­setz (AStG), wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 21. Janu­ar 2016 I R 2214 ent­schie­den hat. Die blo­ße Namens­nut­zung im Kon­zern begrün­det danach kei­ne Geschäfts­be­zie­hung i.S. des § 1 Abs. 4 AStG a.F., für die ein­kom­mens­er­hö­hend ein Kor­rek­tur­be­trag i.S. des § 1 Abs. 1 AStG a.F. ange­setzt wer­den könn­te.

Im Streit­fall hat­te der im Inland gewerb­lich täti­ge Klä­ger ein gra­phi­sches Zei­chen (“Fir­men­lo­go”) ent­wi­ckelt und sei­ner pol­ni­schen Toch­ter­ka­pi­tal­ge­sell­schaft zur Ver­wen­dung bei ihrem Inter­net­auf­tritt, auf Geschäfts­pa­pie­ren und Fahr­zeu­gen über­las­sen. Die pol­ni­sche Gesell­schaft muss­te hier­für kein Ent­gelt zah­len.

Das Finanz­amt ging bei der Ver­an­la­gung des Klä­gers zur Ein­kom­men­steu­er wegen “unent­gelt­li­cher Über­las­sung des Mar­ken­rechts” ein­kom­mens­er­hö­hend von einer Gewinn­kor­rek­tur nach § 1 Abs. 1 AStG a.F. aus. Die Kla­ge zum Finanz­ge­richt hat­te im Wesent­li­chen kei­nen Erfolg.

Dem­ge­gen­über gab der BFH dem Klä­ger Recht. Danach liegt kei­ne ent­gelt­pflich­ti­ge Rech­te­über­las­sung vor. Für die blo­ße Nut­zung des Kon­zern­na­mens als Über­las­sung des Fir­men­na­mens durch einen Gesell­schaf­ter an die Gesell­schaft sei­en in der Regel Lizen­zent­gel­te steu­er­lich nicht ver­re­chen­bar. Im Fall der unent­gelt­li­chen Nut­zung kommt es dann nicht ein­kom­mens­er­hö­hend zum Ansatz eines Kor­rek­tur­be­trags. Anders ist es nach dem Urteil des BFH, wenn durch einen Waren­zei­chen-Lizenz­ver­trag, der ein Recht zur Benut­zung des Kon­zern­na­mens und des Fir­men­lo­gos als Waren­zei­chen für ver­kauf­te oder zum Ver­kauf ange­bo­te­ne Pro­duk­te ein­räumt, ein untrenn­ba­rer Zusam­men­hang zwi­schen Namens­recht und pro­dukt­be­zo­ge­nem Mar­ken­recht her­ge­stellt wird. Ist dabei ein eigen­stän­di­ger Wert fest­zu­stel­len, kann für die Über­las­sung eines der­ar­ti­gen Mar­ken­rechts nach Maß­ga­be der Sorg­falt eines ordent­li­chen und gewis­sen­haf­ten Geschäfts­lei­ters ein fremd­üb­li­ches Ent­gelt gefor­dert wer­den. Hier­an fehl­te es aber in dem vom BFH ent­schie­de­nen Streit­fall.

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