Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 20 vom 02. März 2016

BFH bil­ligt Luft­ver­kehr­steu­er

Urteil vom 01.12.15 VII R 5513

Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men wie z.B. Flug­ge­sell­schaf­ten kön­nen sich gegen die Luft­ver­kehr­steu­er nicht auf das Uni­ons­recht beru­fen, wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 1. Dezem­ber 2015 VII R 5513 ent­schie­den hat.

Das Luft­ver­kehr­steu­er­ge­setz (LuftVStG) besteu­ert den gewerb­li­chen Pas­sa­gier­luft­ver­kehr seit 2011 (Gesetz vom 9. Dezem­ber 2010, BGBl I, 1885). Das LuftVStG ist zwar nach dem Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 5. Novem­ber 2014 1 BvF 311 ver­fas­sungs­ge­mäß. Frag­lich blieb aller­dings, ob das LuftVStG gegen das Recht der Euro­päi­schen Uni­on (Uni­ons­recht) ver­stößt, wie eine Flug­ge­sell­schaft gel­tend mach­te.

Der BFH ver­neint einen rechts­er­heb­li­chen Ver­stoß gegen das Uni­ons­recht, da es sich bei der Luft­ver­kehr­steu­er nicht um eine uni­ons­recht­lich har­mo­ni­sier­te Ver­brauch­steu­er han­delt. Es feh­le an einer direk­ten Pro­por­tio­na­li­tät zwi­schen Luft­ver­kehr­steu­er und Kraft­stoff­ver­brauch. Die Luft­ver­kehrs­steu­er wer­de nicht auf den Ver­brauch von Flug­tur­bi­nen­kraft­stoff erho­ben. Besteue­rungs­ge­gen­stand sei viel­mehr der Abflug eines Flug­gasts mit einem Flug­zeug. Zwar bemes­se sich die Steu­er nach der Ent­fer­nung zum Ziel­ort und damit nach einem Kri­te­ri­um, das auch für den Kraft­stoff­ver­brauch maß­geb­lich sei. Die­ser Zusam­men­hang rei­che aber für die Annah­me einer Ver­brauch­steu­er nicht aus, da der Kraft­stoff­ver­brauch je Flug­gast von wei­te­ren Fak­to­ren wie Flug­zeug­typ und Aus­las­tung des Flug­zeugs abhän­ge. Nach dem Urteil des BFH kön­nen sich Flug­ge­sell­schaf­ten gegen die Besteue­rung nach dem LuftVStG auch nicht auf das uni­ons­recht­li­che Bei­hil­fe­ver­bot beru­fen. Es kommt daher nicht dar­auf an, ob die Beschrän­kung der Steu­er auf den Pas­sa­gier­luft­ver­kehr oder ein­zel­ne Befrei­ungs­tat­be­stän­de des LuftVStG gegen das Bei­hil­fe­ver­bot ver­stößt.

Da der BFH die uni­ons­recht­li­che Rechts­la­ge als ein­deu­tig ansieht und er zudem auch Ver­stö­ße gegen inter­na­tio­na­le Luft­ver­kehrs­ab­kom­men ver­neint, wer­den sich die Luft­fahrt­un­ter­neh­men und deren Pas­sa­gie­re dau­er­haft auf die Luft­ver­kehr­steu­er ein­stel­len müs­sen. Die Ein­nah­men aus der Luft­ver­kehr­steu­er belie­fen sich nach Anga­ben des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen in 2015 auf ca. 1 Mrd. €.

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