Pres­se­mit­tei­lung Nr. 85 vom 19. Okto­ber 2011 Bil­dung einer Rück­stel­lung für die Ver­pflich­tung zur Nach­be­treu­ung von Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen Urteil vom 19.07.11 X R 2610 Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH)…

(duv)  Pres­se­mit­tei­lung Nr. 85 vom 19. Okto­ber 2011

Bil­dung einer Rück­stel­lung für die Ver­pflich­tung zur Nach­be­treu­ung von Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen
Urteil vom 19.07.11 X R 2610

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat in meh­re­ren Urtei­len vom 19. Juli 2011 (Az. X R 2610 sowie X R 8/10, X R 910 und X R 4808) ent­schie­den, dass ein Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter Rück­stel­lun­gen für die Ver­pflich­tung zur Nach­be­treu­ung von Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen zu bil­den hat.

In dem Streit­fall X R 2610 hat­te der Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter in sei­ner Gewinn­ermitt­lung für das Jahr 2004 erst­mals eine Rück­stel­lung für Bestands­pfle­ge pas­si­viert. Das Finanz­amt lehn­te den Ansatz einer Rück­stel­lung ab, das Finanz­ge­richt gab der Kla­ge teil­wei­se statt. Die Rück­stel­lung sei dem Grun­de nach berech­tigt; aller­dings sei nur ein Auf­wand von 0,5 Stun­den pro Ver­trag und Jahr anzu-set­zen, der zu einer Rück­stel­lung von 40.911 € füh­re.

Der BFH hielt im Anschluss an die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung die Bil­dung einer Rück­stel­lung für die Ver­pflich­tung zur Nach­be­treu­ung von Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen grund­sätz­lich für gebo­ten. Den Grund­sät­zen ord­nungs­mä­ßi­ger Buch­füh­rung und den Rege­lun­gen des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes las­se sich kei­ne Beschrän­kung der Pflicht zur Bil­dung von Rück­stel­lun­gen auf wesent­li­che Ver­pflich­tun­gen ent­neh­men. Der BFH hob das ange­foch­te­ne Urteil aber auf, da die recht­li­che Pflicht zur Nach­be­treu­ung nicht hin­rei­chend geklärt sei. Zur Höhe der Rück­stel­lung wer­den in der Ent­schei­dung umfang­rei­che Hin­wei­se gege­ben; der BFH ver­langt, dass inso­weit kon­kre­te Auf­zeich­nun­gen geführt und vor­ge­legt wer­den, die eine ange­mes­se­ne Schät­zung der Höhe der zu erwar­ten­den Betreu­ungs­auf­wen­dun­gen ermög­li­chen.

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