Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 18 vom 17. Febru­ar 2016

Umsatz­steu­er: Ermä­ßig­ter Steu­er­satz bei Hoch­zeit- und Trau­er­re­den

Urteil vom 03.12.15 V R 6114

Hoch­zeits- und Trau­er­red­ner kön­nen unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen den ermä­ßig­ten Steu­er­satz als aus­üben­de Künst­ler in Anspruch neh­men, wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 3. Dezem­ber 2015 V R 6114 ent­schie­den hat.

Der ermä­ßig­te Steu­er­satz von 7 Pro­zent erfasst auch die Ein­tritts­be­rech­ti­gung für Thea­ter, Kon­zer­te und Muse­en sowie die den Thea­ter­vor­füh­run­gen und Kon­zer­ten ver­gleich­ba­ren Dar­bie­tun­gen aus­üben­der Künst­ler (§ 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. a des Umsatz­steu­er­ge­set­zes).

Im Streit­fall mach­te der Klä­ger für die von ihm gehal­te­nen Hoch­zeits-, Geburts­tags-, Tren­nungs- und Trau­er­re­den den ermä­ßig­ten Steu­er­satz gel­tend. Finanz­amt und Finanz­ge­richt (FG) gin­gen von der Anwen­dung des Regel­steu­er­sat­zes aus.

Dem­ge­gen­über hält der BFH die Anwen­dung des ermä­ßig­ten Steu­er­sat­zes für mög­lich. Nach dem Urteil des BFH kommt es für die Steu­er­be­güns­ti­gung der Dar­bie­tun­gen aus­üben­der Künst­ler nicht auf die Art der Ver­gü­tung an. Sie muss ent­ge­gen dem Urteil des FG nicht in einer von einem Zuhö­rer oder Zuschau­er gezahl­ten Ein­tritts­be­rech­ti­gung bestehen, son­dern liegt auch bei einer Ver­gü­tung durch den Ver­an­stal­ter des Ereig­nis­ses, wie etwa dem Hoch­zeits­paar bei einer Hoch­zeit, vor.

Ent­schei­den­de Bedeu­tung misst der BFH dem Begriff des “aus­üben­den Künst­lers” zu. Für die Dar­bie­tun­gen des Trau­er- oder Hoch­zeits­red­ners müs­sen eigen­schöp­fe­ri­sche Leis­tun­gen prä­gend sein. Scha­blo­nen­ar­ti­ge Rede­tä­tig­kei­ten sind danach nicht begüns­tigt. Da das FG hier­zu kei­ne Fest­stel­lun­gen getrof­fen hat­te, hob der BFH das Urteil des FG auf und ver­wies die Sache zur wei­te­ren Sach­auf­klä­rung an das FG zurück.

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