Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 32 vom 17. Mai 2017

Gewer­be­steu­er­li­che Hin­zu­rech­nung von Mie­ten für Kon­zert­sä­le

Urteil vom 8.12.2016 IV R 2411

Kon­zert­ver­an­stal­ter müs­sen die Kos­ten für die tage­wei­se Anmie­tung von Kon­zert­sä­len und ande­ren Ver­an­stal­tungs­stät­ten bei der Gewer­be­steu­er antei­lig ihrem Gewinn hin­zu­rech­nen, wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 8. Dezem­ber 2016 IV R 2411 ent­schie­den hat.

Im Urteils­fall mie­te­te die Klä­ge­rin unter­schied­li­che Räum­lich­kei­ten für die Durch­füh­rung von Kon­zer­ten und ande­ren Ver­an­stal­tun­gen mit Künst­lern an. Die Klä­ge­rin zog die Kos­ten für die­se Mie­ten von ihrem Gewinn ab, nahm jedoch kei­ne Hin­zu­rech­nung eines Anteils die­ser Aus­ga­ben nach § 8 Nr. 1 Buchst. e des Gewer­be­steu­er­ge­set­zes vor. Nach die­ser Rege­lung sind Miet- und Pacht­zin­sen für die Benut­zung unbe­weg­li­cher Wirt­schafts­gü­ter des Anla­ge­ver­mö­gens unter den dort näher bezeich­ne­ten Vor­aus­set­zun­gen antei­lig dem Gewinn aus Gewer­be­trieb hin­zu­zu­rech­nen. Das Finanz­amt (FA) erhöh­te die Bemes­sungs­grund­la­ge für die Gewer­be­steu­er nach die­ser Vor­schrift.

Der BFH hat­te das Ver­fah­ren wegen eines zunächst anhän­gi­gen Nor­men­kon­trol­ler­su­chens eines ande­ren Finanz­ge­richts über die Ver­fas­sungs­kon­for­mi­tät der strei­ti­gen Rege­lung bei dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) aus­ge­setzt. Nach­dem das BVerfG ent­schie­den hat­te, bestä­tig­te der BFH jetzt die durch das FA getrof­fe­ne Ent­schei­dung. Eine gewer­be­steu­er­recht­li­che Hin­zu­rech­nung gezahl­ter Mie­ten ist danach schon dann vor­zu­neh­men, wenn das Unter­neh­men des Steu­er­pflich­ti­gen auf das Vor­han­den­sein ent­spre­chen­der Räu­me ange­wie­sen ist. Uner­heb­lich ist es hier­bei, wenn sehr unter­schied­li­che Immo­bi­li­en nur für kur­ze Zeit ange­mie­tet wer­den. Es muss auch nicht hypo­the­tisch geprüft wer­den, ob der Steu­er­pflich­ti­ge jede ein­zel­ne Immo­bi­lie für die jewei­li­ge Ver­an­stal­tung statt mie­ten auch hät­te kau­fen kön­nen.

sie­he auch: Urteil des IV. Senats vom 8.12.2016 — IV R 2411 -

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