Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 43 vom 15. Juni 2016

Häus­li­ches Arbeits­zim­mer recht­fer­tigt nicht Berück­sich­ti­gung der Auf­wen­dun­gen für Neben­räu­me

Urteil vom 17.2.2016 X R 2613

Bei einem steu­er­recht­lich anzu­er­ken­nen­den Arbeits­zim­mer sind Auf­wen­dun­gen für Neben­räu­me (Küche, Bad und Flur), die in die häus­li­che Sphä­re ein­ge­bun­den sind und zu einem nicht uner­heb­li­chen Teil pri­vat genutzt wer­den, nicht als Betriebs­aus­ga­ben oder Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar. Das hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 17. Febru­ar 2016 X R 2613 ent­schie­den.

Die Klä­ge­rin unter­hielt in ihrer Woh­nung ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer, das sie so gut wie aus­schließ­lich für ihre nur von die­sem Arbeits­zim­mer aus betrie­be­ne gewerb­li­che Tätig­keit nutz­te. Wäh­rend das Finanz­amt (FA) die Auf­wen­dun­gen dafür als Betriebs­aus­ga­ben aner­kann­te, ver­sag­te es die Berück­sich­ti­gung der hälf­ti­gen Kos­ten für die jeden­falls auch pri­vat genutz­ten Neben­räu­me (Küche, Bad und Flur).

Der BFH gab dem FA Recht. Der Gro­ße Senat des BFH hat­te in sei­nem Beschluss vom 27. Juli 2015 GrS 114 bereits ent­schie­den, dass die Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer, das nicht nahe­zu aus­schließ­lich betrieb­lich oder beruf­lich genutzt wird (“gemischt genutz­tes Arbeits­zim­mer”) steu­er­lich nicht zu berück­sich­ti­gen sind. Mit der vor­lie­gen­den Ent­schei­dung knüpft der BFH hier­an auch für Neben­räu­me der häus­li­chen Sphä­re an. Die Nut­zungs­vor­aus­set­zun­gen sind indi­vi­du­ell für jeden Raum und damit auch für Neben­räu­me zu prü­fen. Eine zumin­dest nicht uner­heb­li­che pri­va­te Mit­nut­zung der­ar­ti­ger Räu­me ist daher abzugs­schäd­lich.

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