Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 62 vom 11. Okto­ber 2017

Fest­set­zung der Milch­ab­ga­be auch nach dem 31. März 2015 recht­mä­ßig

Beschluss vom 13.7.2017 VII R 2916

Milch­er­zeu­ger blei­ben zur Zah­lung der Milch­ab­ga­be für das letz­te Milch­wirt­schafts­jahr 2014/2015 ver­pflich­tet, wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Beschluss vom 13. Juli 2017 VII R 2916 ent­schie­den hat.

Die markt­ord­nungs­recht­li­chen Vor­schrif­ten der Euro­päi­schen Uni­on (EU) erlaub­ten seit 1984 den Milch­er­zeu­gern nur Lie­fe­run­gen im Rah­men einer für jeden Erzeu­ger fest­ge­leg­ten Men­ge (Refe­renz­men­ge) und sahen für dar­über hin­aus­ge­hen­de Milch­lie­fe­run­gen die Erhe­bung einer Abga­be vor. Die­se Vor­schrif­ten wur­den mit dem Ende des Milch­wirt­schafts­jah­res 2014/2015 am 31. März 2015 auf­ge­ho­ben.

Soweit auf­grund des Über­schrei­tens der Refe­renz­men­ge in die­sem Milch­wirt­schafts­jahr eine Abga­be fest­ge­setzt wur­de, hat eine gro­ße Anzahl deut­scher Milch­er­zeu­ger Rechts­mit­tel gegen die Abga­ben­be­schei­de mit der Begrün­dung ein­ge­legt, dass es mit der Auf­he­bung der uni­ons­recht­li­chen Milch­ab­ga­be­vor­schrif­ten ab dem 31. März 2015 kei­ne Rechts­grund­la­ge für die Erhe­bung der Abga­be mehr gebe. Kla­gen von Milch­er­zeu­gern gegen die Milch­ab­ga­ben­be­schei­de hat­te das Finanz­ge­richt (FG) Ham­burg im Sep­tem­ber 2016 abge­wie­sen.

Die Rechts­auf­fas­sung des FG hat der BFH nun­mehr bestä­tigt. Ab einem bestimm­ten Zeit­punkt außer Kraft getre­te­ne Rechts­vor­schrif­ten könn­ten gleich­wohl auf zurück­lie­gen­de Zeit­räu­me anwend­bar blei­ben. So ver­hal­te es sich mit den Milch­ab­ga­be­vor­schrif­ten der EU, deren ver­schie­de­ne Fas­sun­gen stets nur für bestimm­te Milch­wirt­schafts­jah­re gegol­ten hät­ten. Ent­schei­dend sei somit, ob die uni­ons­recht­li­chen Vor­schrif­ten im Milch­wirt­schafts­jahr 2014/2015 anwend­bar gewe­sen sei­en. Da dies der Fall sei, kön­ne die Milch­ab­ga­be auch noch nach dem 31. März 2015 fest­ge­setzt wer­den.

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