(Kiel)  Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass Fahr­ten zwi­schen der Woh­nung und einer voll­zei­tig besuch­ten Bil­dungs­ein­rich­tung in vol­ler Höhe (wie Dienst­rei­sen) und nicht nur beschränkt in Höhe der Ent­fer­nungs­pau­scha­le als Wer­bung­kos­ten abge­zo­gen wer­den kön­nen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 28.03.2012 zu sei­nen Urtei­len vom 9. Febru­ar 2012 (VI R 4211 und VI R 4410).

Nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG sind Auf­wen­dun­gen für die Wege zwi­schen Woh­nung und regel­mä­ßi­ger Arbeits­stät­te nur beschränkt, näm­lich in Höhe der Ent­fer­nungs­pau­scha­le von der­zeit 0,30 € je Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar. Als regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te hat der BFH bis­lang auch Bil­dungs­ein­rich­tun­gen (z.B. Uni­ver­si­tä­ten) ange­se­hen, wenn die­se über einen län­ge­ren Zeit­raum zum Zwe­cke eines Voll­zeit­un­ter­richts auf­ge­sucht wer­den. Fahrt­kos­ten im Rah­men einer Aus­bil­dung waren des­halb nicht in tat­säch­li­cher Höhe, son­dern der Höhe nach nur beschränkt abzugs­fä­hig. Hier­an hält der BFH nicht län­ger fest. Auch wenn die beruf­li­che Aus- oder Fort­bil­dung die vol­le Arbeits­zeit des Steu­er­pflich­ti­gen in Anspruch nimmt und sich über einen län­ge­ren Zeit­raum erstreckt, ist eine Bil­dungs­maß­nah­me regel­mä­ßig vor­über­ge­hend und nicht auf Dau­er ange­legt.

Des­halb hat der BFH in der Sache VI R 4410 die Fahrt­kos­ten einer Stu­den­tin zur Hoch­schu­le (Uni­ver­si­tät) im Rah­men eines Zweit­stu­di­ums als vor­weg­ge­nom­me­ne Wer­bungs­kos­ten zum Abzug zuge­las­sen, so Pas­sau. In dem Ver­fah­ren VI R 4211 hat der BFH die Auf­wen­dun­gen eines Zeit­sol­da­ten für Fahr­ten zur Aus­bil­dungs­stät­te, die im Rah­men einer voll­zei­ti­gen Berufs­för­de­rungs­maß­nah­me ange­fal­len waren, eben­falls in tat­säch­li­cher Höhe berück­sich­tigt. Auf­wen­dun­gen für Dienst­rei­sen kön­nen aller­dings (auch bei Inan­spruch­nah­me der Kilo­me­ter­pau­scha­le) steu­er­lich nur berück­sich­tigt wer­den, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge Fahrt­auf­wand tat­säch­lich getra­gen hat. Bei Anwen­dung der Ent­fer­nungs­pau­scha­le kommt es dar­auf nicht an.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

 

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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