Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 51 vom 16. Juli 2014Befugnis einer im EU-Aus­land nie­der­ge­las­se­nen Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaft zur geschäfts­mä­ßi­gen Hil­fe in Steu­er­sa­chen­Be­schluss vom 20.05.14 II R 44/12Mit Beschluss vom 20.…

Mai 2014 II R 4412 hat der II. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs ein Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen mit meh­re­ren Fra­gen zur geschäfts­mä­ßi­gen Hil­fe in Steu­er­sa­chen durch eine im EU-Aus­land nie­der­ge­las­se­ne Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaft an den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on (EuGH) gerichtet.Es soll geklärt wer­den, ob eine aus­län­di­sche Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaft auf­grund der uni­ons­recht­lich gewähr­leis­te­ten Dienst­leis­tungs­frei­heit vom Aus­land aus Steu­er­erklä­run­gen für nach deut­schem Recht steu­er­pflich­ti­ge Per­so­nen erstel­len und an die Finanz­be­hör­den über­mit­teln kann. Dies ist des­halb frag­lich, weil die Hil­fe­leis­tung in Steu­er­sa­chen nach dem Steu­er­be­ra­tungs­ge­setz geschäfts­mä­ßig nur von Per­so­nen und Ver­ei­ni­gun­gen aus­ge­übt wer­den darf, die hier­zu befugt sind. Eine sol­che Befug­nis steht einer Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaft nur zu, wenn sie als sol­che aner­kannt ist und von Steu­er­be­ra­tern ver­ant­wort­lich geführt wird. Die­se Vor­aus­set­zun­gen erfüllt eine aus­län­di­sche Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaft regel­mä­ßig nicht.Der Streit­fall betrifft eine Kapi­tal­ge­sell­schaft bri­ti­schen Rechts mit Nie­der­las­sun­gen in den Nie­der­lan­den und in Bel­gi­en. Die Gesell­schaft berät meh­re­re in Deutsch­land ansäs­si­ge Man­dan­ten und wirkt bei der Erstel­lung von deren Steu­er­erklä­run­gen mit. Das Finanz­amt hat die Gesell­schaft wegen uner­laub­ter Hil­fe­leis­tung in Steu­er­sa­chen zurück­ge­wie­sen. Die dage­gen erho­be­ne Kla­ge hat­te kei­nen Erfolg. Es bleibt abzu­war­ten, ob der EuGH die in Deutsch­land gel­ten­den Rege­lun­gen zur geschäfts­mä­ßi­gen Hil­fe in Steu­er­sa­chen als uni­ons­rechts­kon­form beur­teilt.

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