Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 78 vom 06. Novem­ber 2013Gewinnrealisierung kann auch bei Ein­brin­gung eines Betriebs in eine Mit­un­ter­neh­mer­schaft gegen Mischent­gelt ver­mie­den wer­den­Ur­teil vom 18.09.13 X R 42/10…

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat mit Urteil vom 18. Sep­tem­ber 2013 X R 4210 ent­schie­den, dass bei einer Ein­brin­gung eines Betriebs in eine Mit­un­ter­neh­mer­schaft, für die dem Ein­brin­gen­den ein sog. Mischent­gelt — bestehend aus Gesell­schafts­rech­ten und einer Dar­le­hens­for­de­rung gegen die Gesell­schaft — gewährt wird, nicht zwin­gend ein steu­er­pflich­ti­ger Gewinn anfällt. Viel­mehr kann eine Gewinn­rea­li­sie­rung bei Wahl der Buch­wert­fort­füh­rung dann ver­mie­den wer­den, wenn die Sum­me aus dem Nomi­nal­be­trag der Gut­schrift auf dem Kapi­tal­kon­to des Ein­brin­gen­den bei der Per­so­nen­ge­sell­schaft und dem gemei­nen Wert der ein­ge­räum­ten Dar­le­hens­for­de­rung den steu­er­li­chen Buch­wert des ein­ge­brach­ten Ein­zel­un­ter­neh­mens nicht übersteigt.Damit ist der BFH von der Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung abge­wi­chen, die in der­ar­ti­gen Fäl­len den Vor­gang nach dem Ver­hält­nis der bei­den Teil­leis­tun­gen in einen erfolgs­neu­tral gestalt­ba­ren und einen zwin­gend erfolgs­wirk­sa­men — und damit steu­er­er­hö­hen­den — Teil auf­spal­tet (BMF-Schrei­ben vom 11. Novem­ber 2011 — Umwand­lungs­steu­er­erlass -, BSt­Bl I 2011, 1314, Tz. 24.07). Die nun­meh­ri­ge Ent­schei­dung des X. Senats erwei­tert die bereits bestehen­den Mög­lich­kei­ten der Unter­neh­men, durch Inan­spruch­nah­me der Rege­lung des § 24 des Umwand­lungs­steu­er­ge­set­zes Umstruk­tu­rie­run­gen vor­zu­neh­men, ohne dass dabei Ertrag­steu­ern anfallen.Im Streit­fall hat­te ein Ein­zel­un­ter­neh­mer sei­nen Betrieb, der einen Buch­wert von 352.356,12 €, aber zugleich hohe stil­le Reser­ven auf­wies, zum Buch­wert in eine GmbH & Co. KG ein­ge­bracht. Zugleich nahm er sei­ne Ehe­frau und zwei Kin­der mit Kapi­tal­an­tei­len von ins­ge­samt 100.000 € unent­gelt­lich in die neu gegrün­de­te KG auf. Er selbst erhielt in der KG einen Kapi­tal­an­teil von 150.000 € sowie eine Dar­le­hens­for­de­rung von 102.356,12 €. Sowohl das Finanz­amt als auch das erst­in­stanz­lich ent­schei­den­de Finanz­ge­richt nah­men an, dass der Ein­zel­un­ter­neh­mer auf­grund der Ein­räu­mung der Dar­le­hens­for­de­rung einen Gewinn von 95.717,65 € zu ver­steu­ern habe. Dem folg­te der BFH nicht. Da die Sum­me aller Kapi­tal­kon­ten sowie der Dar­le­hens­for­de­rung (352.356,12 €) nicht grö­ßer sei als der Buch­wert des bis­he­ri­gen Ein­zel­un­ter­neh­mens, erge­be sich kein Gewinn.Auf die unter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen, die der­zeit zwi­schen dem IV. Senat des BFH und der Finanz­ver­wal­tung hin­sicht­lich der Anwen­dung der soge­nann­ten Tren­nungs­theo­rie in den Fäl­len der teil­ent­gelt­li­chen Über­tra­gung ein­zel­ner Wirt­schafts­gü­ter bei Mit­un­ter­neh­mer­schaf­ten (§ 6 Abs. 5 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes) bestehen (vgl. einer­seits BFH-Urteil vom 19. Sep­tem­ber 2012 IV R 11/12, BFHE 239, 76, ande­rer­seits BMF-Schrei­ben vom 12. Sep­tem­ber 2013, BSt­Bl I 2013, 1164), brauch­te der X. Senat in die­ser Ent­schei­dung nicht ein­zu­ge­hen.

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