Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 29 vom 10. Mai 2017

Tur­nier­bridge ist gemein­nüt­zig

Urteil vom 9.2.2017 V R 6914
Urteil vom 9.2.2017 V R 7014

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat mit den Urtei­len vom 9. Febru­ar 2017 V R 6914 und V R 7014 ent­schie­den, dass ein Anspruch auf Aner­ken­nung der För­de­rung von Tur­nier­bridge als gemein­nüt­zig besteht, weil Tur­nier­bridge die All­ge­mein­heit auf mate­ri­el­lem, geis­ti­gem oder sitt­li­chem Gebiet eben­so för­dert wie Sport.

Geklagt hat­te ein Dach­ver­band von Bridge-Ver­ei­nen in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, der die Inter­es­sen des deut­schen Bridge auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne ver­tritt und für die Orga­ni­sa­ti­on und Regle­men­tie­rung des natio­na­len und inter­na­tio­na­len Wett­be­werbs­be­triebs sowie die Ver­an­stal­tung natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Wett­be­wer­be zustän­dig ist.

Wer als gemein­nüt­zig aner­kannt ist, ist grund­sätz­lich von der Kör­per­schaft­steu­er befreit. Dabei sind die als gemein­nüt­zig aner­kann­ten Zwe­cke, zu denen auch Sport gehört, in § 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 bis 25 der Abga­ben­ord­nung (AO) abschlie­ßend auf­ge­zählt. Hier­von nicht umfass­te Zwe­cke kön­nen aber gemäß § 52 Abs. 2 Satz 2 AO für gemein­nüt­zig erklärt wer­den, wenn durch sie die All­ge­mein­heit auf mate­ri­el­lem, geis­ti­gem oder sitt­li­chem Gebiet ent­spre­chend selbst­los geför­dert wird.

Zwar ist Tur­nier­bridge kein Sport (BFH-Urteil vom 9. Febru­ar 2017 V R 6914). Wie Schach, das als Sport gilt, för­dert Tur­nier­bridge aber die All­ge­mein­heit. Des­halb hat der BFH mit Urteil vom 9. Febru­ar 2017 (V R 7014) das für den Klä­ger zustän­di­ge Lan­des-Finanz­mi­nis­te­ri­um ver­pflich­tet, Tur­nier­bridge als gemein­nüt­zig anzu­er­ken­nen.

sie­he auch: Urteil des V. Senats vom 9.2.2017 — V R 7014 -, Urteil des V. Senats vom 9.2.2017 — V R 6914 -

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