(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass die gleich­mä­ßig von der Bemes­sungs­grund­la­ge eines betrieb­li­chen Wirt­schafts­guts vor­zu­neh­men­de nor­ma­le Abset­zung für Abnut­zung (AfA) nicht nach­ge­holt wer­den kann, wenn sie des­halb ver­säumt wur­de, weil das Wirt­schafts­gut fälsch­lich nicht als betrieb­lich erfasst war.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die am 27. Okto­ber 2010 ver­öf­fent­lich­te Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 22. Juni 2010 — VIII R 308.

Im kon­kre­ten Fall ging es um ein Patent, das in einen Ver­wer­tungs­be­trieb ein­ge­legt wor­den war. Ein­la­ge, Ein­la­ge­wert und Rest­nut­zungs­dau­er des Patents waren Gegen­stand einer tat­säch­li­chen Ver­stän­di­gung, die erst Jah­re nach der Ein­la­ge zustan­de kam. In der Zwi­schen­zeit hat­te es der Klä­ger ver­säumt, AfA auf den Ein­la­ge­wert vor­zu­neh­men. Dar­aus ergab sich ein Streit über die Höhe des noch abset­zungs­fä­hi­gen Rest­buch­wer­tes.

Das Finanz­ge­richt gab der Kla­ge statt und berück­sich­tig­te den vol­len Ein­la­ge­wert zum Teil als AfA in einem ver­fah­rens­recht­lich noch offe­nen Ver­an­la­gungs­zeit­raum, zum ande­ren Teil gewinn­min­dernd bei der Ermitt­lung des Auf­ga­be­ge­winns bei der Ver­äu­ße­rung des Patents.

Die Revi­si­on des Finanz­amts hat­te Erfolg, so Pas­sau.

Wegen des Prin­zips der Gesamt­ge­winn­gleich­heit konn­te der Klä­ger, der sei­nen Gewinn durch Ein­nah­me-Über­schuss-Rech­nung nach § 4 Abs. 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes ermit­tel­te, kei­ne höhe­ren Beträ­ge abset­zen als bei einer Gewinn­ermitt­lung durch Betriebs­ver­mö­gens­ver­gleich. Im ers­ten ver­fah­rens­recht­lich noch zugäng­li­chen Ver­an­la­gungs­zeit­raum durf­te des­halb nur der Rest­buch­wert zugrun­de gelegt wer­den, mit dem ein bilan­zie­ren­der Steu­er­pflich­ti­ger das bis­her zu Unrecht nicht bilan­zier­te Wirt­schafts­gut hät­te ein­bu­chen müs­sen, d. h. mit dem Wert, der bei von Anfang an rich­ti­ger Bilan­zie­rung anzu­set­zen gewe­sen wäre.

Pas­sau emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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