Pres­se­mit­tei­lung des BGH Nr. 34 vom 24. Mai 2017

Bil­dung von Rück­stel­lun­gen für Ent­sor­gungs­pflich­ten nach dem Elek­tro- und Elek­tro­nik­ge­rä­te­ge­setz

Urteil vom 25.1.2017 I R 7015

Her­stel­ler von Elek­tro- und Elek­tro­nik­ge­rä­ten sind nach dem Elek­tro- und Elek­tro­nik­ge­rä­te­ge­setz (Elek­troG) ver­pflich­tet, nach dem 13. August 2005 in Ver­kehr gebrach­te Gerä­te abzu­ho­len und zu ent­sor­gen. Nach dem Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 25. Janu­ar 2017 I R 7015 kön­nen für die­se Ver­pflich­tun­gen Rück­stel­lun­gen erst gebil­det wer­den, wenn sie sich durch den Erlass einer sog. Abhol­an­ord­nung hin­rei­chend kon­kre­ti­siert haben.

Nach dem Ele­kroG müs­sen sich Gerä­te­her­stel­ler bei einer Gemein­sa­men Stel­le regis­trie­ren und dort die in Ver­kehr gebrach­ten Gerä­te mel­den. Die Gemein­sa­me Stel­le ermit­telt sodann den Umfang der Abhol­pflich­ten, erlässt im Rah­men einer Belei­hung Abhol­an­ord­nun­gen und koor­di­niert die Bereit­stel­lung von Sam­mel­be­häl­tern sowie die Abho­lung der Gerä­te.

Im dem vom BFH ent­schie­de­nen Streit­fall han­del­te es sich um die Her­stel­le­rin von Ener­gie­spar­lam­pen, wel­che für die von ihr in Ver­kehr gebrach­ten Gerä­te mit dem Argu­ment Rück­stel­lun­gen gebil­det hat­te, die Abhol- und Ent­sor­gungs­pflicht erge­be sich unmit­tel­bar aus dem Elek­troG.

Der BFH hat in sei­nem Urteil nun klar­ge­stellt, dass sich die Abhol- und Ent­sor­gungs­ver­pflich­tung der Her­stel­ler zwar als abs­trak­te Rechts­pflicht aus dem Elek­troG ergibt, sich die­se aber erst durch den Erlass einer zusätz­li­chen Abhol­ver­fü­gung hin­rei­chend kon­kre­ti­siert. Eine Rück­stel­lungs­bil­dung war danach man­gels Abhol­an­ord­nung aus­ge­schlos­sen.

sie­he auch: Urteil des I. Senats vom 25.1.2017 — I R 7015 -

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