Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 38 vom 25. Mai 2016

Umsatz­steu­er­freie Post­dienst­leis­tung erfor­dert Zustel­lung an allen Werk­ta­gen

Urteil vom 02.03.16 V R 2015

Post­dienst­leis­tun­gen sind nur umsatz­steu­er­frei, wenn sich der Unter­neh­mer ver­pflich­tet, Post­sen­dun­gen an allen Werk­ta­gen und damit im Regel­fall sechs­mal wöchent­lich zuzu­stel­len, wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 2. März 2016 V R 2015 ent­schie­den hat.

Die Umsatz­steu­er­frei­heit von Post­dienst­leis­tun­gen (sog. Post-Uni­ver­sal­dienst­leis­tun­gen) setzt vor­aus, dass sich der Unter­neh­mer gegen­über dem Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern (BZSt) ver­pflich­tet, die­se Leis­tun­gen flä­chen­de­ckend anzu­bie­ten. Das BZSt muss dies zudem beschei­ni­gen (§ 4 Nr. 11b des Umsatz­steu­er­ge­set­zes).

Im Streit­fall bean­trag­te die Klä­ge­rin die für die Steu­er­frei­heit erfor­der­li­che Beschei­ni­gung beim BZSt. Das BZSt ver­sag­te die Ertei­lung, da die Klä­ge­rin Zustel­lun­gen nur an fünf Werk­ta­gen (Diens­tag bis Sams­tag) in der Woche erbrin­gen woll­te.

Die Kla­ge zum Finanz­ge­richt und die Revi­si­on zum BFH waren ohne Erfolg. Nach dem Urteil des BFH setzt die Ertei­lung –der für die Steu­er­frei­heit erfor­der­li­chen– Beschei­ni­gung vor­aus, dass der Unter­neh­mer Post­sen­dun­gen an allen Werk­ta­gen unter Ein­schluss des Mon­tags zustellt. Der BFH lei­tet dies aus der Post-Uni­ver­sal­dienst­leis­tungs­ver­ord­nung ab, die auch umsatz­steu­er­recht­lich zu beach­ten sei.

Die Rechts­la­ge nach natio­na­lem Recht steht nach der Ent­schei­dung des BFH nicht im Wider­spruch zu den Bestim­mun­gen des durch das Recht der Euro­päi­schen Uni­on har­mo­ni­sier­ten Mehr­wert­steu­er­rechts.

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