Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 44 vom 22. Juni 2016

Dop­pel­te Gebüh­ren­ent­ste­hung bei ver­bind­li­cher Aus­kunft

Urteil vom 9.3.2016 I R 6614

Bean­tra­gen sowohl Organ­trä­ger als auch Organ­ge­sell­schaft beim Finanz­amt (FA) eine ver­bind­li­che Aus­kunft über den glei­chen Sach­ver­halt, müs­sen bei­de Antrag­stel­ler die vol­le Aus­kunfts­ge­bühr ent­rich­ten, wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 9. März 2016 I R 6614 zu einer ertrag­steu­er­li­chen Organ­schaft ent­schie­den hat.

Erteilt das FA einem Steu­er­pflich­ti­gen auf des­sen Antrag hin eine für ihn güns­ti­ge Aus­kunft über einen in der Zukunft lie­gen­den Sach­ver­halt, sind das FA und spä­ter ggf. die Finanz­ge­rich­te grund­sätz­lich an den Inhalt der Aus­kunft gebun­den, sodass Pla­nungs­si­cher­heit für den Steu­er­pflich­ti­gen besteht. Seit 2007 ist der Aus­kunfts­an­trag gebüh­ren­pflich­tig; die Höhe der Gebühr rich­tet sich nach dem Wert, den die erhoff­te Aus­kunft für den Steu­er­pflich­ti­gen hat (§ 89 Abs. 3 und 4 der Abga­ben­ord­nung).

Im Streit­fall hat­ten der Organ­trä­ger (eine GmbH) und sei­ne Organ­ge­sell­schaft (eine AG) im Jahr 2009 beim FA einen gemein­sa­men Antrag auf ver­bind­li­che Aus­kunft über ein und den­sel­ben Sach­ver­halt gestellt. Das FA erteil­te die Aus­kunft antrags­ge­mäß und setz­te gegen­über bei­den Gesell­schaf­ten die vol­le Aus­kunfts­ge­bühr von jeweils rd. 5.000 € fest.

Der BFH hat die hier­ge­gen von der AG erho­be­ne Kla­ge abge­wie­sen. Er hält die dop­pel­te Gebüh­ren­er­he­bung für gerecht­fer­tigt, weil das Gesetz die Gebühr typi­sie­rend an den jewei­li­gen Antrag knüpft. Es bestehen kei­ne wei­ter­ge­hen­den Son­der­re­ge­lun­gen, aus denen sich ein Ent­fal­len des Gebüh­ren­an­spruchs für einen Fall der vor­lie­gen­den Art ergibt.

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