Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 49 vom 13. Juli 2016

Kein Abzug aus­län­di­scher Steu­er im Miss­brauchs­fall

Urteil vom 2.3.2016 I R 7314

Sind dem Steu­er­pflich­ti­gen Gewinn­aus­schüt­tun­gen einer GmbH zuzu­rech­nen, da eine zwi­schen ihm und der GmbH bestehen­de Betei­li­gungs­kon­struk­ti­on über aus­län­di­sche Gesell­schaf­ten als Gestal­tungs­miss­brauch anzu­se­hen ist, kann er die von einer zwi­schen­ge­schal­te­ten Aus­lands­ge­sell­schaft im Aus­land gezahl­te Divi­den­den­steu­er nicht von sei­nen Ein­künf­ten abzie­hen, wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 2. März 2016 I R 7314 ent­schie­den hat.

Im Streit­fall war der im Inland ansäs­si­ge Klä­ger über die im Aus­land ansäs­si­gen Gesell­schaf­ten V, B und F an einer inlän­di­schen GmbH betei­ligt. Zwi­schen den Betei­lig­ten war unstrei­tig, dass die Betei­li­gungs­kon­struk­ti­on als Gestal­tungs­miss­brauch nach § 42 der Abga­ben­ord­nung anzu­se­hen war. Gewinn­aus­schüt­tun­gen der GmbH führ­ten daher beim Klä­ger unstrei­tig zu Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen. Da im Aus­land für Gewinn­aus­schüt­tun­gen der V an F eine Divi­den­den­steu­er ent­stan­den war, begehr­te der Klä­ger aber, die­se aus­län­di­sche Steu­er gemäß § 34c Abs. 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) ein­künf­te­min­dernd zu berück­sich­ti­gen. Finanz­amt, Finanz­ge­richt und schließ­lich der BFH lehn­ten dies ab.

Der Abzug einer aus­län­di­schen Steu­er ist gemäß § 34c Abs. 3 EStG nur zuläs­sig, wenn die­sel­be Per­son auf die­sel­ben Ein­künf­te inlän­di­sche und zugleich aus­län­di­sche Steu­er zu ent­rich­tet hat. Nur dann kann von einer Dop­pel­be­steue­rung gespro­chen wer­den, die § 34c EStG ver­mei­den will. Im Streit­fall wur­de aller­dings nicht der inlän­di­sche Klä­ger, son­dern die zwi­schen­ge­schal­te­te Gesell­schaft V zur Divi­den­den­steu­er her­an­ge­zo­gen. Ohne Bedeu­tung ist, dass die Zwi­schen­schal­tung der V rechts­miss­bräuch­lich und dem Klä­ger des­halb die Gewinn­aus­schüt­tung unmit­tel­bar zuzu­rech­nen war. Denn bei einer ange­mes­se­nen und damit nicht rechts­miss­bräuch­li­chen Gestal­tung der Betei­li­gungs­ver­hält­nis­se, wäre die aus­län­di­sche Divi­den­den­steu­er über­haupt nicht ange­fal­len. Folg­lich muss der deut­sche Fis­kus die Min­de­rung sei­nes Steu­er­auf­kom­mens nicht hin­neh­men.

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