(Kiel) Der X. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat die Vor­aus­set­zun­gen prä­zi­siert, unter denen Spen­den an eine gemein­nüt­zi­ge Stif­tung im EU-/EWR-Aus­land gemäß § 10b des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) steu­er­min­dernd abzieh­bar sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 6.05.2015 zu sei­nem Urteil vom 21. Janu­ar 2015 — X R 713.

Im Streit­fall hat­te der Klä­ger einer Funda­ciò, einer in Spa­ni­en als gemein­nüt­zig aner­kann­ten Stif­tung, einen grö­ße­ren Geld­be­trag gespen­det, den er als Son­der­aus­ga­be gemäß § 10b EStG gel­tend mach­te. Sowohl das Finanz­amt (FA) als auch das Finanz­ge­richt lehn­ten den Abzug ab, u.a. weil der Klä­ger nicht nach­ge­wie­sen habe, dass die Vor­aus­set­zun­gen für den Spen­den­ab­zug erfüllt sei­en.

Der BFH sah dies genau­so: Vor­aus­set­zung für den Spen­den­ab­zug an eine in der EU oder im EWR ansäs­si­ge Stif­tung sei, dass der Steu­er­pflich­ti­ge Unter­la­gen vor­le­ge, die eine Über­prü­fung der tat­säch­li­chen Geschäfts­füh­rung ermög­lich­ten. Es sei daher nicht uni­ons­rechts­wid­rig, von ihm einen bereits erstell­ten und der aus­län­di­schen Stif­tungs­be­hör­de ein­ge­reich­ten Tätig­keits- oder Rechen­schafts­be­richt der Emp­fän­ge­rin anzu­for­dern. Dem ste­he auch nicht ent­ge­gen, dass der Spen­der im Gegen­satz zu der begüns­tig­ten Ein­rich­tung nicht selbst über alle not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen ver­fü­ge. Bereits der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on habe in sei­nem Urteil vom 27. Janu­ar 2009 C-318/07 Per­sche (Slg. 2009, I-359) ent­schie­den, es sei einem Spen­der nor­ma­ler­wei­se mög­lich, von die­ser Ein­rich­tung Unter­la­gen zu erhal­ten, aus denen der Betrag und die Art der Spen­de, die von der Ein­rich­tung ver­folg­ten Zie­le und ihr ord­nungs­ge­mä­ßer Umgang mit den Spen­den her­vor­gin­gen. Das FA sei in einem sol­chen Fall nicht ver­pflich­tet, im Wege der Amts­hil­fe die ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen ein­zu­ho­len.

Zudem hat­te der Steu­er­pflich­ti­ge im Streit­fall dem FA ledig­lich eine Spen­den­be­schei­ni­gung vor­ge­legt, die sich am spa­ni­schen Recht ori­en­tier­te. Dem X. Senat des BFH reich­te dies nicht aus. Er ist der Auf­fas­sung, zwar kön­ne aus uni­ons­recht­li­chen Grün­den nicht ver­langt wer­den, dass die Zuwen­dungs­be­stä­ti­gung einer aus­län­di­schen Stif­tung dem amt­lich vor­ge­schrie­be­nen Vor­druck gemäß § 50 der Ein­kom­men­steu­er-Durch­füh­rungs­ver­ord­nung ent­spre­che. Zu den not­wen­di­gen Bestand­tei­len der Bestä­ti­gung gehö­re aber die Erklä­rung der aus­län­di­schen Stif­tung, sie habe die Spen­de erhal­ten, sie ver­fol­ge den sat­zungs­ge­mä­ßen gemein­nüt­zi­gen Zweck und sie set­ze die Spen­de aus­schließ­lich sat­zungs­ge­mäß ein.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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