(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hofs hat ent­schie­den, dass die selb­stän­di­ge Tätig­keit einer Mode­ra­to­rin von Wer­be­sen­dun­gen für einen Ver­kaufs­sen­der -im Streit­fall Prä­sen­ta­ti­on von Pro­duk­ten aus den Berei­chen Well­ness, Kos­me­tik, Gesund­heit sowie Rei­sen- nicht zu Ein­künf­ten aus selbst­stän­di­ger Arbeit, son­dern zu Ein­künf­ten aus Gewer­be­be­trieb führt, die der Gewer­be­steu­er unter­lie­gen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 7.01.2015 zu sei­nem Urteil vom 16. Sep­tem­ber 2014 (VIII R 512).

Für eine (frei­be­ruf­li­che) schrift­stel­le­ri­sche Tätig­keit fehlt es an einer berufs­ty­pi­schen schrift­li­chen Nie­der­le­gung eige­ner Gedan­ken „für die Öffent­lich­keit“. Denn die jeweils von der Mode­ra­to­rin erstell­ten Sen­de­ma­nu­skrip­te und ähn­li­che Vor­be­rei­tungs­un­ter­la­gen waren nicht an die Öffent­lich­keit gerich­tet und zur Ver­öf­fent­li­chung bestimmt. Eben­so hat der BFH eine dem Berufs­bild eines Jour­na­lis­ten ähn­li­che Tätig­keit ver­neint, da eine auf Infor­ma­tio­nen über gegen­warts­be­zo­ge­ne Gescheh­nis­se aus­ge­rich­te­te Tätig­keit und eine dar­auf bezo­ge­ne kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung nicht erkenn­bar war. Die Wer­be­mo­de­ra­ti­on war viel­mehr aus­schließ­lich -Mar­ke­ting ori­en­tiert- auf die unmit­tel­ba­re Ver­kaufs­för­de­rung nach den kon­kre­ten Vor­ga­ben der Auf­trag­ge­ber durch ent­spre­chen­de Prä­sen­ta­ti­on der jeweils vor­ge­stell­ten Pro­duk­te geprägt. Einen Spiel­raum für eine eigen­schöp­fe­ri­sche Leis­tung als Vor­aus­set­zung einer künst­le­ri­schen Tätig­keit sah der BFH aus die­sem Grund nicht.

Wegen die­ser detail­lier­ten Vor­ga­ben der Auf­trag­ge­ber fehl­te es auch an der für die Annah­me einer künst­le­ri­schen Tätig­keit erfor­der­li­chen „eigen­schöp­fe­ri­schen Aus­rich­tung“, so dass der Vor­trag der Klä­ge­rin über die Not­wen­dig­keit der Impro­vi­sa­ti­on in den Live-Inter­views bei Ein­tritt nicht vor­her­seh­ba­rer Ereig­nis­se als nicht aus­schlag­ge­ben­des Kri­te­ri­um für die Abgren­zung der gewerb­li­chen von der frei­be­ruf­li­chen Tätig­keit ange­se­hen wer­den konn­te.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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