(Kiel) Die Ver­mie­tung eines Ein­kaufs­zen­trums unter­liegt nicht der Gewer­be­steu­er, wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) soeben ent­schie­den hat.

Die Ver­mie­tung erfolgt viel­mehr noch im Rah­men der pri­va­ten Ver­mö­gens­ver­wal­tung. Für die Annah­me eines Gewer­be­be­triebs reicht es nicht aus, dass der Ver­mie­ter neben der blo­ßen Ver­mie­tung der Ein­kaufs­flä­chen die für den Betrieb des Ein­kaufs­zen­trums erfor­der­li­chen Infra­struk­tur­ein­rich­tun­gen bereit­stellt und wer­be- und ver­kaufs­för­dern­de Maß­nah­men für das gesam­te Ein­kaufs­zen­trum durch­führt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 16.11.2016 zu dem Urteil vom 14. Juli 2016 — IV R 3413.

Im Urteils­fall hat­te eine Ver­mie­tungs­ge­sell­schaft ein Ein­kaufs­zen­trum mit einer Ver­kaufs­flä­che von rund 30.000 qm an etwa 40 Mie­ter wie z.B. Ein­zel­händ­ler über­las­sen, die Waren und Dienst­leis­tun­gen anbo­ten. Die Ver­mie­tungs­ge­sell­schaft hat­te die Mie­ter ver­pflich­tet, mit zwei wei­te­ren Gesell­schaf­ten Ver­trä­ge abzu­schlie­ßen, damit von die­sen Gesell­schaf­ten der lau­fen­de Betrieb, die Instand­hal­tung, die Rei­ni­gung und Bewa­chung des gesam­ten Ein­kaufs­zen­trums ein­schließ­lich des Park­hau­ses sowie die Rei­ni­gung der vor­han­de­nen Sani­tär- und Sozi­al­räu­me besorgt wur­de. Die Mie­ter waren der Ver­mie­tungs­ge­sell­schaft gegen­über ver­pflich­tet, eine von ihnen selbst finan­zier­te Wer­be­ge­sell­schaft zu grün­den. Die­se bezahl­te einen Cen­ter­ma­na­ger zur Durch­füh­rung von Wer­be­maß­nah­men für das Ein­kaufs­zen­trum. Finanz­amt und Finanz­ge­richt gin­gen davon aus, dass die Ver­mie­tung des Ein­kaufs­zen­trums wegen der Viel­zahl die­ser Dienst­leis­tun­gen einen Gewer­be­be­trieb dar­stell­te.

Dem­ge­gen­über ver­nein­te der BFH zuguns­ten der Ver­mie­te­rin das Vor­lie­gen eines Gewer­be­be­triebs. Nach sei­nem Urteil wird der Bereich der pri­va­ten Ver­mö­gens­ver­wal­tung noch nicht ver­las­sen, wenn ein Ein­kaufs­zen­trum ver­mie­tet und den Mie­tern beglei­ten­de Dienst­leis­tun­gen durch den Ver­mie­ter selbst oder auf des­sen Ver­an­las­sung hin durch Drit­te erbracht wer­den. Aus­schlag­ge­bend war für den BFH, dass die­se Dienst­leis­tun­gen die für die Ver­mie­tung eines Ein­kaufs­zen­trums not­wen­di­ge Infra­struk­tur betref­fen. Leis­tun­gen wie Rei­ni­gung, Bewa­chung, sowie Bereit­stel­lung von Sani­tär- und Sozi­al­räu­men sind übli­che Leis­tun­gen bei der Ver­mie­tung eines Ein­kaufs­zen­trums. Wer­be- und ver­kaufs­för­dern­de Maß­nah­men stel­len zwar Son­der­leis­tun­gen neben der Ver­mie­tung dar. Da die Ver­mie­tungs­ge­sell­schaft damit jedoch das gesam­te Ein­kaufs­zen­trum bewirbt, dient die­se Wer­bung über­wie­gend dem Ver­mie­ter­in­ter­es­se und ändert des­halb nichts dar­an, dass die Ver­mie­tungs­leis­tung dem gesam­ten Leis­tungs­aus­tausch das Geprä­ge gibt.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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